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Der 9. Februar ist internationaler "Safer Internet Day" und der ist relevant wie nie in Zeiten des Corona-Lockdowns. Menschen kaufen zunehmend im Internet ein. Das bekommen auch die unterfränkischen Cybercrime-Kommissariate zu spüren.

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Internetkriminalität in Unterfranken während Corona gestiegen

Von Hackerangriffen bis zu Fake-Shops: Während der Corona-Pandemie ist auch in Unterfranken die Internetkriminalität gestiegen. Um sich vor Betrügern zu schützen, ist Vorsicht geboten. Der "Safer Internet Day" soll darauf aufmerksam machen.

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Von
  • Vesile Özcan

Die Corona-Pandemie hat vieles in unserem Leben verändert – auch unser Kaufverhalten. Mehr Menschen bestellen jetzt im Internet. Das bringt verschiedene Vorteile: Man kann mehrere Angebote vergleichen, unter diversen Zahlungsmöglichkeiten wählen und manchmal sogar Artikel günstiger erwerben als im Laden um die Ecke. Aber es gibt auch Schattenseiten: Während es einerseits immer vielfältigere Online-Angebote gibt, steigt auf der anderen Seite die Internetkriminalität. Auch in Unterfranken ist Vorsicht geboten, um sich vor Betrügern zu schützen. Mit dem heutigen Aktionstag "Safer Internet Day" soll darauf aufmerksam gemacht werden.

Internetkriminalität in Unterfranken gestiegen

Andreas Panitz, Cyber-Kommissar bei der unterfränkischen Polizei in Würzburg, sagt, dass die Cyber-Kriminalität während der Pandemie gestiegen ist. Genaue Zahlen seien zwar noch nicht vorhanden. Aber: "In gewissen Deliktsbereichen sind Steigerungsraten von bis zu 60 Prozent zu verzeichnen. In gewissen anderen Bereichen können wir zwar einen quantitativen Rückgang verzeichnen jedoch ist sowohl die Qualität der Delikte als auch der finanzielle Schaden angestiegen", erklärt Panitz. Darunter fallen Straftaten wie Wirtschaftskriminalität, Hackerangriffe oder Betrügereien durch Fake-Shops.

Bestellt, bezahlt, aber Ware nie erhalten

Auch die 26-jährige Zehra ist im Internet in eine Falle von Betrügern getappt. Und das, obwohl sie oft online bestellt und sich eigentlich auskennt, erzählt sie. "Ich wollte vor einiger Zeit Sonnenbrillen im Internet bestellen. Habe dann auf einer angeblich seriösen Seite bestellt, die Transaktion bestätigt und das Geld per Sofortüberweisung bezahlt", sagt Zehra. Sie habe wochenlang auf die Bestellung gewartet. Aber es kam nichts an. Der angegebene Kundenservice sei nicht erreichbar gewesen und die Internetseite sei verschwunden. Der Online-Shop enttarnte sich somit als Fake-Shop. "Dann habe ich mich bei meiner Bank gemeldet und versucht das Geld wieder zurückzuholen. Es wurde ein Nachforschungsauftrag gestartet." Doch sie war zu spät und das Geld in Höhe von rund 120 Euro war weg.

Fake-Shops auf den ersten Blick meist nicht erkennbar

Laut Panitz ist es für Laien oft schwer, einen Fake-Shop auf den ersten Blick zu erkennen. Der Fall von Zehra ist damit keine Seltenheit. Panitz empfiehlt: "Grundsätzlich sollte man vorsichtig sein, wenn man nichts über den Verkäufer weiß und wenn die angebotenen Waren durchgehend oder auffallend preisgünstig sind." Außerdem seien Vorabbezahlungen auf ausländische Konten auch mögliche Anzeichen für Betrugsfälle. Darauf sollte man sich nach seiner Empfehlung eher nicht einlassen.

So kann man sich vor Betrügern schützen

Thomas Goger von der Zentralstelle Cybercrime in Bayern (ZCB) erklärt: "Wenn ein Angebot zu gut ausschaut um wahr zu sein, dann ist es in vielen Fällen auch nicht wahr." Zu beobachten sei aktuell, dass sich Straftäter die Pandemie zu Nutze gemacht haben. In vielen Fake-Shops seien deshalb nicht mehr hochwertige Elektronikartikel angeboten, sondern viel mehr Desinfektionsmittel und Schutzmasken.

Panitz empfiehlt, das Medium Internet generell vorsichtig zu nutzen. "Tatsächlich wäre eine Art Internetführerschein anzudenken beziehungsweise auch an Schulen ein beständiges Fach, welches die generelle Medienkompetenz schult und auch fortwährend begleitet", sagt er. Von Internetkriminalität seien nämlich alle Altersgruppen betroffen.

Aktionstag "Safer Internet Day"

Der von der Europäischen Kommission initiierte Aktionstag "Safer Internet Day" soll Menschen für das Thema sensibilisieren und darüber informieren. Panitz betont: "Solche Aktionstage sind gerade in der heutigen multimedialen Zeit auch aus polizeilicher Sicht enorm wichtig, um nach Möglichkeit eine breite Masse an Menschen zu erreichen und diese über solche Vorkommnisse zu informieren beziehungsweise auch vor solchen Phänomenen und Delikten zu warnen."

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Während der Corona-Pandemie ist auch in Unterfranken die Internetkriminalität gestiegen. Um sich vor Betrügern zu schützen, ist Vorsicht geboten. Der "Safer Internet Day" soll darauf aufmerksam machen.

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