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Internationale Konkurrenz ausgestochen: Gold für Rhöner Schnaps | BR24

© BR/ Nathalie Bachmann

Lothar Bold aus Neuwirtshaus (Lkr. Bad Kissingen) hat für seine Schnäpse schon viele Preise eingeheimst. Jetzt hat er sich bei der Spirituosen-Messe "Craft Spirits Berlin" gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt.

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Internationale Konkurrenz ausgestochen: Gold für Rhöner Schnaps

Lothar Bold aus Neuwirtshaus (Lkr. Bad Kissingen) hat für seine Schnäpse schon viele Preise eingeheimst. Jetzt hat er sich bei der Spirituosen-Messe "Craft Spirits Berlin" gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt.

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Die "Craft Spirits Berlin" ist eine ganz besondere Messe: Dort treffen sich jedes Jahr Schnapsbrenner aus der ganzen Welt, um ihre handgemachten Spirituosen zu präsentieren. Gleichzeitig gibt es einen renommierten Wettbewerb, bei dem sich die Besten der Besten messen. Dieses Jahr hat die Messe am 7./8. März stattgefunden.

Dort hat Lothar Bold heuer erstmals den Hut in den Ring geworfen – und holte mit seinem Bio-Brand aus Roggen ("Roggenest") prompt die Gold-Medaille in der Kategorie "Best in Class". Außerdem bekam er Silber für seinen Bio-Kartoffelbrand "Tolle Knolle" und Bronze für seinen Waldhimbeergeist.

Bold überrascht von der Gold-Medaille

"Klar hofft man, dass man eine Auszeichnung bekommt. Aber gleich Gold, das ist schon etwas ganz Besonderes", erzählt Bold dem BR. "Und wenn man sieht, dass die Konkurrenten aus aller Herren Länder kommen, z.B. aus Mexiko und Südostasien… doch, da ist man schon stolz drauf."

Getreide vom eigenen Acker

Wie schafft es eine kleine Familienbrennerei, den Geschmack der Menschen so gut zu treffen? "Das A und O sind die Rohstoffe", erklärt Lothar Bold, und seine Frau Ingrid ergänzt: "Und die stammen bei uns fast ausschließlich aus der Region, vieles bauen wir sogar selbst an." Die Bolds bewirtschaften rund zwölf Hektar Ackerland und zwei Hektar Streuobstwiesen, alles bio-zertifiziert. Und wenn es draußen unterwegs sind, hält das Ehepaar immer die Augen offen: "Bei uns gibt es so viele alte Apfel- und Birnensorten, aus denen sich tolle Brände kreieren lassen – man muss sie nur finden", so Ingrid Bold.

Anis ausnahmsweise aus Österreich

Außerdem müsse immer offen sein für Neues: "Ich liebe Anis und deshalb habe meinem Mann gesagt, er müsse unbedingt mal einen Anis-Schnaps machen." Weil in Unterfranken wegen des Klimas (noch) kein Anis angebaut werden kann, musste der aus Österreich zugekauft werden, "ausnahmsweise". Die Basis für die Spirituose: Weizenbrand, natürlich vom eigenen Acker. Mehr brauche es nicht, um einen einfachen und doch besonderen Schnaps zu brennen: den "Rhönuso".

Im Sherry-Fass gereift

Brennen hat bei den Bolds eine lange Tradition: 1925 fing der Großvater mit dem Schnapsmachen an. Damals standen natürlich ausschließlich klassische Sorten auf dem Programm. Daran knüpft Lothar Bold mit seinem "Roggenest" an: "Roggen ist ein traditionelles Getreide, das auf den kargen Böden der Rhön gut wächst. Deshalb hat auch mein Opa schon Roggen angebaut und ihn zu Alkohol verarbeitet." Den preisgekrönten Roggen-Schnaps hat Bold neu interpretiert, indem er ihn im Sherry-Fass reifen ließ. Das soll dem "Roggenest" eine ganz besondere Note geben, die eben auch die Fachjury überzeugt hat.

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