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Intensivmediziner: Warnung vor der dritten Corona-Welle | BR24

© picture alliance/dpa/Frank Molter

Eine Krankenschwester mit einer Patientin auf der Intensivstation.

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    Intensivmediziner: Warnung vor der dritten Corona-Welle

    Wenn an Weihnachten und Silvester viele Personen aus verschiedenen Haushalten zusammenkommen, könnte das eine dritte Corona-Welle in Schwung bringen. Das fürchten Mediziner wie der Leiter der Klinik für Anästhesiologie am LMU-Klinikum in München.

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    Von
    • Julia Hofmann
    • BR24 Redaktion

    Mediziner sehen die Regelungen für Weihachten und Silvester kritisch und warnen vor der Gefahr einer dritten Corona-Welle. "Zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten zuzulassen, erscheint mir zu freizügig, gerade an Silvester, wo ein solches Szenario ja - anders als am Weihnachtsabend - durchaus nicht unrealistisch ist", sagte der Generalsekretär der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGÄI), Bernhard Zwißler, der Deutschen Presse-Agentur. "Hier könnte eine dritte Welle wieder Schwung nehmen."

    Klinikchef: "Situation ist höchst fragil"

    Der Teil-Lockdown zeige Wirkung, wenngleich langsamer und weniger stark als erhofft. "Es sieht momentan so aus, als würde sich die Situation etwas beruhigen. Die Situation ist allerdings höchst fragil", sagte der Leiter der Klinik für Anästhesiologie am LMU-Klinikum der Uni München.

    Weiterhin mehr Intensivpatienten als im Frühjahr

    Der Scheitel der zweiten Welle im Hinblick auch auf die Zahl stationär behandelter Patienten und Intensivpatienten scheine dieser Tage erreicht zu sein. "Ich gehe davon aus, dass die Zahlen hier in den nächsten Wochen bis Weihnachten weiter langsam sinken werden." Dennoch bleibe die Lage bedenklich. "Bei uns am Klinikum sind zwei komplette Intensivstationen nur mit Covid-Patienten belegt; andere Städte in Deutschland sind noch stärker betroffen." Derzeit müssten in Deutschland immer noch deutlich mehr Patienten intensivmedizinisch versorgt werden als in der Spitze im Frühjahr.

    Phasenweise kein freies Intensivbett in ganz München

    Deshalb müssten weiter andere medizinischen Aktivitäten reduziert werden. Das treffe nicht die ganz akuten Notfälle, aber auch nicht nur Eingriffe, bei denen es gar nicht auf den Zeitpunkt ankomme. "Das wird sicherlich noch über Wochen so weitergehen. Phasenweise findet sich beispielsweise in ganz München kein freies Intensivbett für Non-Covid-Patienten mehr, weil eben alle belegt sind."

    Intensivpfleger fallen aus

    Viele Kliniken in Bayern müssen wegen Personalmangels Intensivbetten für die Behandlung von Covid19-Patienten abmelden. Das bestätigte Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft e.V. dem Bayerischen Rundfunk am Donnerstag. Grund dafür sei vor allem fehlendes Personal für die Intensivpflege. Neben dem anhaltenden Personalmangel fallen derzeit zusätzlich viele Fachkräfte wegen Krankheit oder Quarantäne aus.

    Appell: Hygiene ernst nehmen!

    An Kliniken in München und Augsburg würden derzeit Pflegekräfte der Bundeswehr aushelfen, so der Sprecher der Krankenhausgesellschaft weiter. Außerdem würden Patienten innerhalb Bayerns verlegt, um möglichst alle Kapazitäten zu nutzen. Zusätzlich werden alle nicht sofort notwendigen Operationen verschoben, um Personal umschichten zu können. "Noch ist das alles beherrschbar. Trotzdem aber appellieren wir an die Bevölkerung, zuhause zu bleiben und die Hygienemaßnahmen ernst zu nehmen." Die Bayerische Krankenhausgesellschaft rechnet damit, dass die Zahl der Covid19-Intensivpatienten bis Weihnachten noch deutlich steigen wird.

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