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Seit Mittwoch ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Deggendorf sprunghaft angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt derzeit laut Robert-Koch-Institut (RKI) 313,9. Landrat Christian Bernreiter ist besorgt.

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Intensivbetten in Deggendorf: "Wir sind an der Grenze"

Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter warnt vor den hohen Infektionszahlen in seinem Landkreis: Die Situation im Klinikum sei angespannt, es gebe keine freien Intensivbetten mehr. Einen konkreten Corona-Hotspot habe der Landkreis aber nicht.

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Von
  • Christian Riedl
  • BR24 Redaktion

Seit Mittwoch ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Deggendorf sprunghaft angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt derzeit laut Robert Koch-Institut (RKI) 313,9. Am Tag zuvor wurden 109 Neuinfektionen gemeldet. Landrat Christian Bernreiter (CSU) ist sehr besorgt.

Hohe Zahl wegen vieler Tests?

Am Vormittag seien bereits 30 Neuinfektionen gemeldet worden, so Bernreiter, "der Tag ist aber leider noch nicht zu Ende". Gerüchten, wonach die hohe Zahl der Neuinfektionen mit vermehrten Tests zusammenhängen würden, erteilt er eine Absage. Es gebe keinen statistischen Zusammenhang, "wir testen eher unterdurchschnittlich".

Keine Hotspots - viele Familien betroffen

Im Landkreis Deggendorf gebe es keinen "Hotspot" für Corona-Infektionen. Betroffen seien derzeit besonders viele Familien, im Landkreis seien es derzeit 130 mit zwei bis acht Personen, so Bernreiter. Auch sechs Firmen unterschiedlicher Größe hätten ein erhöhtes Infektionsgeschehen. Schulen oder Kindergärten seien aber nicht betroffen, sagt der Landrat. Es gebe deswegen derzeit keinen Anlass dazu, diese Einrichtungen komplett zu schließen. Auf Grundlage der Bayerischen Infektionsschutzverordnung gebe es für Abschlussklassen und die vierten Klassen der Grundschulen Präsenzunterricht.

Keine Betten mehr im Klinikum für Covid-Patienten

Mit Sorge betrachtet der Landrat des Landkreises Deggendorf die Entwicklung im Klinikum: Derzeit würden dort 32 Patienten wegen ihrer Covid-19 Erkrankung behandelt, zehn davon intensivmedizinisch. "Wir sind da an der Grenze", betont Bernreiter. Mehr Betten stünden nicht zur Verfügung, in den vergangenen Stunden habe ein Patient mit einem Rettungshubschrauber verlegt werden müssen.

Bernreiter weist darauf hin, dass es für die Versorgung von Patienten auf den Intensivstationen an Personal mangelt. Eine Diskussion um Lockerungen hält der Deggendorfer Landrat für "kontraproduktiv". Er könne nur dafür werben, dass Kontaktbeschränkungen eingehalten werden.

Bürger sollen sich beim Hausarzt und im Impfportal registrieren

Mit den Impfungen komme man im Landkreis Deggendorf gut voran. Bernreiter rechnet damit, dass, wenn die Impfstofflieferungen wie bisher weiter sichergestellt sind, Ende Juli rund 70.000 Menschen im Landkreis Deggendorf zumindest einmal geimpft sein könnten.

Bernreiter selbst habe heute um 13 Uhr einen Impftermin. Er habe sich regulär im Impfportal registriert und sei nun an der Reihe, so der Deggendorfer Landrat. Er rate dazu, dass sich alle Personen im Impfportal des Freistaats registrieren und gleichzeitig bei ihrem Hausarzt anmelden. Das ist aus seiner Sicht der effektivste Weg, rasch an eine Impfung zu kommen und der Pandemie entgegen zu treten.

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Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter warnt vor den hohen Infektionszahlen in seinem Landkreis: Die Situation im Klinikum sei angespannt, es gebe keine freien Intensivbetten mehr. Einen konkreten Corona-Hotspot habe der Landkreis aber nicht.

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