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Insolvenzplan steht: Käthe Wohlfahrt vorerst gerettet | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Käthe Wohlfahrt

Keine Weihnachtsmärkte, kaum Touristen, wenig Geschäft - im Dezember hatte der Weihnachtsartikel-Händler Käthe Wohlfahrt Insolvenz beantragt. Nun stimmten die Gläubiger der vorläufigen Rettung zu.

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Insolvenzplan steht: Käthe Wohlfahrt vorerst gerettet

Keine Weihnachtsmärkte, kaum Touristen, wenig Geschäft – im Dezember hatte der Weihnachtsartikel-Händler Käthe Wohlfahrt mit Sitz in Rothenburg ob der Tauber Insolvenz beantragt. Nun stimmten die Gläubiger der vorläufigen Rettung des Unternehmens zu.

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  • BR24 Redaktion

Der Hersteller und Händler von Weihnachtsschmuck, Käthe Wohlfahrt, ist vorerst gerettet: Der Insolvenzplan für das Unternehmen steht. Im Schutzschirmverfahren über das Vermögen des Traditionsunternehmens stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan nahezu einstimmig zu – das teilte der Sachwalter, Rechtsanwalt Volker Böhm, mit. Das gerichtliche Verfahren stehe somit nach nur knapp drei Monaten kurz vor dem Abschluss.

20 Mitarbeiter müssen gehen

Damit sei der Weg frei für die Fortführung des Geschäftsbetriebs durch die Familie Wohlfahrt, die weiter zu 100 Prozent die Anteile hält. Das Sanierungskonzept sieht unter anderem die Schließung von sechs der 22 Läden in Deutschland vor. Käthe Wohlfahrt werde den Betrieb der ganzjährigen Weihnachtswelten in Berlin, Oberammergau, Heidelberg, Rüdesheim, Nürnberg, Bamberg und vor allem in Rothenburg ob der Tauber mit dem weltbekannten Weihnachtsdorf und dem Deutschen Weihnachtsmuseum fortführen. Das Unternehmen müsse sich von rund 20 der 280 Mitarbeiter trennen.

Online-Handel soll ausgebaut werden

Die Restrukturierungsmaßnahmen umfassen zudem eine Straffung der Sortimente sowie ein Umsatzwachstum im eigenen E-Commerce sowie im Plattform-Geschäft. An den internationalen Standorten in Großbritannien, Spanien, Frankreich, Belgien und in den USA sowie am saisonalen Verkauf auf nationalen und internationalen Weihnachtsmärkten werde festgehalten.

Umsatzeinbußen durch Corona-Pandemie

Grund für die Krise bei dem Unternehmen mit seinen auch bei Touristen beliebten Läden war die Corona-Pandemie. Weihnachtsmärkte waren nahezu vollständig ausgefallen, zudem fehlte der internationale Tourismus. Anfang Dezember war die Rede von Umsatzverlusten in Millionenhöhe.

Krise durch abgesagte Weihnachtsmärkte

Das 1964 gegründete Familienunternehmen hat seinen Sitz in der mittelfränkischen Stadt Rothenburg ob der Tauber und ist dort der größte Einzelhändler. Auf 60 Weihnachtsmärkten in Deutschland, aber auch im Ausland verkauft das Unternehmen normalerweise Krippenfiguren, Baumschmuck und Nussknacker. Nach der Absage der Märkte sei der Verkauf übers Internet zwar um 80 Prozent gestiegen, das könne die Verluste aber nicht ansatzweise ausgleichen.

Sanierungsplan als Voraussetzung für Rettung

Ein Schutzschirmverfahren ist eine Besonderheit im deutschen Insolvenzrecht. Das Verfahren kann in Eigenverwaltung durchgeführt werden, es muss rasch ein Sanierungsplan vorgelegt werden. Voraussetzung ist die grundsätzliche Aussicht auf eine Sanierung des Betriebes, zudem muss das Unternehmen noch zahlungsfähig sein.

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