Jemand steht mit einem Keschernetz auf einer Wiese

Mit dem Projekt "Brommi" entstehen deutschlandweit Modelllandschaften für Insektenschutz - auch in der Rhön.

Bildrechte: Wiltrud Fischer
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    Insektenschutzprogramm "Brommi" in der Rhön zeigt Wirkung

    Insektenschutzprogramm "Brommi" in der Rhön zeigt Wirkung

    Mit dem Projekt "Brommi" entstehen deutschlandweit Modelllandschaften für Insektenschutz. Auch das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ist Teil davon. Biobauern pflegen hier verschiedenen Wiesen und Äcker. Experten beobachten den Erfolg.

    Auf manchen Wiesen und Äckern in der Rhön blüht es gerade kunterbunt. Diese Blüh-, Wiesen oder Kleegrasstreifen bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Heuschrecken Nahrung und Platz für ihre Kinderstube. Was aussieht, als wäre den Landwirten beim Mähen die Lust ausgegangen, ist als aktive Maßnahme Teil eines deutschlandweiten Projekts zum Insektenschutz. Wiltrud Fischer vom WWF Deutschland, die das "Brommi"-Projekt im bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön betreut, ist begeistert von der Anzahl der Insekten, die an sonnigen Tagen auf diesen Flächen flattern und kreuchen. "Die Streifen zeigen Wirkung", sagt sie.

    Deutschlandweit Modelllandschaften in Biosphärenreservaten

    Im Projekt Brommi, Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz, wird in fünf deutschen Biosphärenreservaten in enger Zusammenarbeit mit den Landnutzenden untersucht, wie die Integration von Insektenlebensraum in die Bewirtschaftung gut und effizient gelingen kann. Ziel ist es, dass Insektenreichtum wieder selbstverständlicher Teil der Landwirtschaft wird. Zur Kulisse des Anfang 2021 gestarteten Projekts gehören im Landkreis Rhön-Grabfeld Oberelsbach, Unterelsbach, Sondernau, Wollbach und Lebenhan sowie im Landkreis Bad Kissingen Poppenroth, Stralsbach und Schlimpfhof.

    Biobauern engagieren sich in dem Projekt

    Aktuell engagieren sich insbesondere Biobauern in dem Projekt. Unter ihnen Theo Heimgärtner aus Oberelsbach. Er schwärmt von den "Insektenwolken", die dank eines speziellen Mähwerks bei der Mahd unverletzt davonfliegen. Eberhard Räder aus Bastheim hat sich getraut, den wohl ersten Insektenwall in der Rhön zu pflügen. Insektenwälle sind rund 50 Zentimeter hohe und etwa drei Meter breite Wälle, die mit Horstgräsern und Blühmischungen eingesät werden. Die Idee kommt aus England, wo die Wälle zur Förderung der Insektenvielfalt erprobt sind.

    Ebenso wie Eberhard Räder setzen Klaus Zimmer aus Wollbach und Cindy Pörtner aus Oberelsbach auf ihren Feldern eine Vielzahl von Maßnahmen um – unter anderem artenreiche Untersaaten und Blühstreifen mit heimischem Arten wie Wiesen-Kümmel, Kornblume und Wiesen-Flockenblume. Die sind zwar etwas unscheinbarer als solche mit mediterranen Arten und Kulturpflanzen wie Sonnenblumen, sind jedoch für eine Vielzahl von Insekten immens wertvoll.

    Experten messen den Erfolg

    Um den Erfolg all dieser Maßnahmen zu messen, haben sich die Projektverantwortlichen Unterstützung von Experten geholt, die die Entwicklung der Insektenzahlen auf den Flächen mit und ohne Maßnahmen beobachten. Auf Wiesen und Kleegrasflächen zählen sie Tagfalter und Heuschrecken mit Keschern und einem Isolationsquadrat, einer nach unten offene Kiste, die mit einem weißen Tuch bespannt ist und auf das Feld gesetzt wird. Die ersten Ergebnisse werden im Herbst erwartet.

    Um die Wirkung der Maßnahmen zu beurteilen, wird auf Wiesen und Kleegrasflächen nach Tagfaltern und Heuschrecken gesucht.

    Bildrechte: Wiltrud Fischer

    Ziel: Auch konventionelle Landwirtschaft einbeziehen

    "Im nächsten Schritt wollen wir für das Projekt verstärkt auch die konventionelle Landwirtschaft gewinnen", sagt Tobias Gerlach, der das Projekt als Partner aus der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats betreut. "Um die Insektenvielfalt wiederherstellen und schützen zu können, brauchen wir alle Landwirte." Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und dem Aktionsprogramm Insektenschutz gefördert.

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