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Innenminister Herrmann besucht "Bellevue di Monaco" | BR24

© pa/dpa/Martin Schutt

Bayerns Innenminister Herrmann (CSU), hier beim Treffen der Innenminister von Bund und Länder am 17. Juni 2020 in Erfurt.

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    Innenminister Herrmann besucht "Bellevue di Monaco"

    Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat "Bellevue di Monaco" besucht - ein Wohn- und Kulturzentrum für Geflüchtete in München. Dabei gab es auch Kritik an der Flüchtlingspolitik der bayerischen Staatsregierung.

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    Die Münchner Sozialgenossenschaft "Bellevue di Monaco" gilt als Paradebeispiel für die gelingende Integration von Geflüchteten - heute hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Einrichtung erstmals besucht. Dabei musste er sich auch kritischen Fragen stellen. So drängen die Initiatoren unter anderem seit langem darauf, Flüchtlinge nicht in großen Unterkünften unterzubringen. Das sieht die CSU weitgehend anders - und hat in den vergangenen Jahren mehrere sogenannte Ankerzentren im Freistaat errichtet.

    Till Hofmann, Vorstandsmitglied bei "Bellevue di Monaco", forderte dagegen mehr Willkommenskultur statt Ankerzentren. "Es geht um Menschenrechte", erklärte er. "Dass Menschen irgendwo ankommen, vielleicht die Tür zumachen können, eine Privatsphäre haben." Mit 500 anderen, zum Teil traumatisierten Menschen untergebracht zu werden, könne dagegen "nicht die Zukunft" sein.

    Herrmann lobt "gutes Zusammenleben"

    Innenminister Herrmann lobte das Engagement der Verantwortlichen von Bellevue die Monaco. Dort werde "etwas für die Integration getan" und nicht nur geredet oder gefordert. Das Ergebnis ist laut Herrmann "ein gutes Zusammenleben der Menschen, die hier ursprünglich zuhause sind, und derjenigen, die neu hierher kommen".

    Zuletzt hatten Vertreter der Sozialgenossenschaft in einem offenen Brief an das bayerische Innenministerium gefordert, Menschen in Gemeinschaftsunterkünften besser vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Man habe zuletzt von "zahlreichen und schwerwiegenden Missständen" gehört, bis Ende Mai seien "drei Menschen aus Massenunterkünften in Bayern an der Infektion gestorben".

    Wohnort für rund 50 Geflüchtete

    Angefangen hat "Bellevue di Monaco" im Jahr 2014 als Projekt einer kleinen Gruppe Ehrenamtlicher. Mittlerweile ist daraus eine Genossenschaft mit 700 Mitgliedern geworden. Der sanierte Altbau im Herzen Münchens bietet heute rund 50 geflüchteten Menschen Platz zum Wohnen, neben jungen Erwachsenen besonders Familien mit Kindern. Das Angebot ist groß - und reicht von Sprachkursen über Hausaufgabenbetreuung bis zu gemeinsamem Kochen oder Musizieren.

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