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Innenminister Herrmann besucht bedrohte Moschee in Röthenbach | BR24

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Anfang März hatte ein Drohbrief die türkisch-islamische Gemeinde im mittelfränkischen Röthenbach in Angst und Schrecken versetzt. Innenminister Herrmann besuchte nun die Moschee.

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Innenminister Herrmann besucht bedrohte Moschee in Röthenbach

Innenminister Joachim Herrmann hat die bedrohte Türkisch-Islamische Gemeinde in Röthenbach besucht. Ein Drohbrief hatte die Moschee vor zweieinhalb Monaten in Angst und Schrecken versetzt. Herrmann warnte beim Besuch vor Rechtsextremismus.

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Es war eine unverhohlene Drohung, die Anfang März an die Türkisch-Islamische-Gemeinde in Röthenbach geschickt wurde. "Ihr werdet niemals sicher sein", hieß es in dem Hassbrief. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) besuchte nun die betroffene Moschee und forderte eindringlich Respekt aller Religionen und Bevölkerungsgruppen.

"Es ist wichtig, dass alle in unserem Land friedlich zusammenleben und dass wir Respekt haben vor den Eigenheiten jedes Mitbürgers. Natürlich ist unser Land von der christlichen Tradition geprägt, aber wir respektieren, wenn Menschen einer anderen Religion angehören. Wir erwarten von jedem, dass er unsere Religionsfreiheit respektiert, und das müssen wir auch selbst vorbildlich leben." Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister.

Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde, Recep Calik, dankte Herrmann und den Ermittlungsbehörden ausdrücklich für den schnellen Ermittlungserfolg im Fall des Drohbriefs gegen seine Gemeinde.

Ausgrenzung türkischer Mitbürger beklagt

Calik bat Herrmann aber auch, gegen zunehmende Ausgrenzung türkischstämmiger Bürger vorzugehen. Der Islam werde immer mehr als Feindbild dargestellt, so Calik. "Wir leben hier seit 60 Jahren, sind überwiegend hier geboren, aber wir werden immer noch als Gäste angesehen", sagte Calik. Kopftuch tragende Mädchen würden beispielsweise in der Öffentlichkeit vermehrt "blöd angeschaut".

Rechtsextremismus größte Gefahr in Deutschland

Herrmann ging in seiner Ansprache auch auf die gestiegene Zahl rechtsextremer Straftaten in Bayern ein. Aktuell schätze er den Rechtsextremismus als größte politisch motivierte Gefahr in Deutschland ein. Anfang März fand die DITIB-Moschee in Röthenbach an der Pegnitz einen Drohbrief in ihrem Briefkasten. Neben einer scharfen Patrone befand sich darin eine Grußkarte mit dem Text: "Ihr werdet niemals sicher sein". Bereits zwei Wochen später hatte die Polizei eine 54-jährige Frau als dringend tatverdächtig ermittelt.

Friedensfest nach Corona geplant

Die Frau aus dem Landkreis Nürnberger Land sei seit längerer Zeit der rechten Szene zugehörig, so die Behörden. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen, die dem BR vorliegen, soll die Frau Kontakte zur Neonazi-Partei "Der dritte Weg" und einer Rocker-Gruppierung pflegen. Der Bürgermeister der Stadt Röthenbach, Klaus Hacker, kündigte ein großes gemeinsames Fest nach Ende der Corona-Pandemie an. Als Zeichen des friedlichen Zusammenlebens sollen dann türkische und einheimische Vereine und Gruppen gemeinsam feiern.

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