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Hier sollte auch ein barrierefreies WC sein
© BR/Anna Klein
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Hier sollte auch ein barrierefreies WC sein

Lydia Peter kommt aus Neu-Ulm, das Inklusionscafé am Petrusplatz besucht sie allerdings zum ersten Mal. Denn für sie fehlt dort ein entscheidendes Detail: Eine barrierefreie Toilette. Leider ist das für Rollstuhlfahrer oft der Fall. Spontan sich mit Freunden verabreden geht nicht, erst muss recherchiert werden, ob auch eine barrierefreie Toilette in der Nähe ist.

Haben die Architekten die barrierefreie Toilette vergessen?

Ein Besuch im Neu-Ulmer Inklusionscafé sollte da für Rollstuhlfahrer wie Lydia Peter eigentlich kein Problem sein. Doch ausgerechnet hier befindet sich die Toilette im Keller, unerreichbar mit dem Rollstuhl. Geplant hat das Gebäude die Stadt Neu-Ulm - haben die Architekten das Klo schlichtweg vergessen?

Die Toilette im Museum mitbenutzen - das geht so nicht

Sozialreferent Ralph Seiffert verweist auf das benachbarte Museum, dort gibt es bereits eine barrierefreie Toilette. Offenbar dachten die Planer, das genüge und diese Toilette könne auch von den Besuchern des Inklusionscafés mitbenutzt werden. Erst zu einem späteren Zeitpunkt habe man festgestellt, dass sich die Öffnungszeiten von Museum und Café nicht immer passend überschneiden.

Ein Denkfehler mit Folgen

Im Nachhinein ist es nun nicht so einfach, eine barrierefreie Toilette an das Museum anzubauen. Der Grund gehört nicht der Stadt, sondern dem Dekanat. Der Kirchenvorstand hat die Toiletten-Pläne eigentlich schon zu Jahresbeginn bewilligt. Aber: Seitdem hat es gute vier Monat gedauert, bis das Dekanat von der Landeskirche die Erlaubnis bekam über Verkauf oder Pacht des Grundstücks verhandeln zu dürfen, erklärt Stadtpfarrer Johannes Knöller.

Kritik von der Lebenshilfe

Blockiert habe man den Bau einer Behindertentoilette aber nie. In der Evangelischen Landeskirche herrsche nun mal eine gewisse Bürokratie, so Pfarrer Knöller. Jetzt soll die barrierefreie Toilette kommen, mit reichlicher Verzögerung. Kritik daran kommt von der Lebenshilfe, die das Café betreibt. Lydia Peter gehört zum Landesverband der Organisation. Sie findet, Barrierefreiheit dürfe nicht an bürokratischen Hürden scheitern. Vielleicht besucht die Rollstuhlfahrerin demnächst öfter das Inklusionscafe.

Autoren

Werner BaderAnna Klein

Sendung

Mittags in Schwaben vom 16.05.2019 - 12:10 Uhr