BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Die bundesweite "Initiative Familien" fordert die Öffnung aller Kitas und Schulen unabhängig von einem Inzidenzwert. Durch geschlossene Einrichtungen seien Depressionen, Angst- und Essstörungen bei Kindern auf dem Vormarsch.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Initiative fordert Schulöffnungen unabhängig von Inzidenzwerten

In Nürnberg sind Schulen und Kitas dicht. Eine Initiative fordert nun die Öffnung, selbst wenn der Inzidenzwert über 100 liegt. Währenddessen hat ein Nürnberger Vater eine Petition gestartet, die genau das Gegenteil möchte: "Lasst die Schulen zu!"

2
Per Mail sharen
Von
  • Florian Deglmann

Der bundesweite Verein "Initiative Familien" hat sich dafür ausgesprochen, dass Schulen und Kitas unabhängig von Inzidenzwerten öffnen sollen. Der Verein setzt sich laut eigener Aussage für einen hohen Stellenwert von Kindern, Jugendlichen und Familien in der Gesellschaft ein und besteht zu einem Großteil aus Ehrenamtlichen aus ganz Deutschland. Bei einer Mahnwache in Nürnberg forderten etwa 50 Teilnehmer von der Politik Sicherheitskonzepte für die Öffnung von Schulen und Kitas.

Kinder sollen oberste Priorität haben

Initiatorin Kirsten Marschall sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Verantwortlichen hätten mittlerweile ein Jahr Zeit gehabt, Lösungen für einen funktionierenden und sicheren Präsenzunterricht zu finden. Stattdessen würden Baumärkte und Co. bevorzugt behandelt. "Kinder haben ein Recht auf Bildung und Betreuung. Deswegen muss die Öffnung von Schulen und Kitas oberste Priorität haben."

Das ständige Hin und Her müsse ein Ende haben, so Marschall weiter. "Es gibt viele Kinder und Familien, die unter dieser Situation enorm leiden." Für viele Kinder sei der vorherrschende Distanzunterricht ungeeignet: "Diese Kinder gehen verloren."

Schulen kein Motor der Corona-Pandemie

Die Initiative stützt ihre Forderungen auf mehrere Studien, wie etwa die sogenannte Münchner Virenwächter-Studie, die gezeigt habe, dass Schulen nicht Motor der Pandemie seien. Ausbrüche an Bildungseinrichtungen seien selten, die betroffenen Personengruppen vergleichsweise klein.

Impf- und Teststrategie gefordert

Die "Initiative Familien" fordert unter anderem, dass Lehrer und Lehrerinnen sowie Erzieher und Erzieherinnen umgehend geimpft werden. Außerdem müssten Testmöglichkeiten ausgebaut und Hygienekonzepte entwickelt werden, die zum Beispiel Belüftungsanlagen in Klassenräumen vorsehen. All dies hätte laut Kirsten Marschall längst geschehen müssen.

Nürnberger Petition: "Lasst die Schulen zu"

Im Gegensatz zu den Teilnehmern der Mahnwache fordert die Petition "Lasst die Schulen zu" des Nürnbergers Thomas Pettinger derweil, dass die Schulen geschlossen bleiben sollen. Der Familienvater setzt sich auf Twitter intensiv mit der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen auseinander und sieht den Präsenzunterricht aktuell kritisch. Pettinger bezieht sich im Rahmen seiner Forderungen auf das Robert-Koch-Institut (RKI), wonach zuletzt steigende Infektionszahlen bei Nürnberger Grundschülern zu beobachten gewesen seien.

Inzidenz in Nürnberg laut RKI bei 134,4

In Nürnberg liegt die 7-Tage-Inzidenz laut RKI derzeit bei 134,4. Schulen und Kitas sind seit Montag, den 15. März 21 bereits wieder geschlossen, nachdem die Inzidenz vergangene Woche den Wert von 100 überschritten hatte. "Was das mit Kinder und deren Familien macht, wenn sie jeden Tag darum zittern müssen, ob die Schulen offen bleiben, um dann kurzfristig wieder vor verschlossenen Türen zu stehen, scheint der Politik nicht wirklich bewusst zu sein", so Kirsten Marschall.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!