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Die City von Ingolstadt

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    Ingolstadt zahlt Familienplanung für sozial Schwache

    Weil die Mittel vom Bund nicht reichen, hat Ingolstadt einen Familienplanungsfonds für Menschen mit geringem Einkommen eingerichtet. Ungewollte Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche sollen so verhindert werden.

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    Von
    • Susanne Pfaller

    Um sozial schwachen Paaren bei der Familienplanung unter die Arme zu greifen, hat Ingolstadt einen "Familienplanungsfonds" geschaffen.

    Bürgermeisterin Petra Kleine erklärte, in Ingolstadt solle "die Familienplanung nicht vom Einkommen abhängen. Jeder hat ein Recht auf Familienplanung." Ziel der Maßnahme sei es, ungewollte Schwangerschaften beziehungsweise Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern und damit auch größere finanzielle Not und viele weitere Probleme.

    Gesetzlicher Anspruch deckt Bedarf nicht

    In Ingolstadt verweist man darauf, dass der gesetzliche Anspruch den Bedarf in der Realität nicht abdeckt, eine Verhütung mit Antibabypille oder der Spirale sei nahezu unmöglich. Denn der Regelbedarf nach dem Sozialgesetzbuch sieht für Alleinstehende aktuell monatlich 17 Euro für Gesundheitsausgaben insgesamt vor und weitere 15,30 Euro für den Ehepartner. Von diesem Geld müssen sämtliche Medikamente und Verbandsmaterialien bezahlt werden.

    Bestätigung durch Arzt oder Beratungsstelle nötig

    Unter die zuschussfähigen Verhütungsmittel fallen vor allem die ärztlich verordneten Maßnahmen. Sollten andere Verhütungsmittel gewünscht werden, müsse dies mit einem ärztlichen Attest oder von einer der Ingolstädter Schwangerenberatungsstellen im Einzelfall bestätigt werden, so die Stadt.

    Geld auch für Sterilisation oder Kondome

    Das städtische Angebot zur Empfängnisverhütung versteht sich aber nicht nur als "Frauensache" – es können auch Männer Leistungen beantragen, etwa für eine Sterilisation oder für Kondome. Der Ingolstädter Gleichstellungsbeauftragten Anja Assenbaum ist es wichtig, Männer bei der Kostenübernahme von Verhütungsmitteln zu unterstützen: "Damit haben wir nicht nur die Familienplanung, sondern zusätzlich die Vermeidung von sexuell übertragbaren Erkrankungen wie Hepatitis oder AIDS im Blick."

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