BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Ingolstadt Ex-OB kämpft vor Gericht mit den Tränen | BR24

© BR/Susanne Pfaller

"Ich habe mein Amt als OB ernst genommen. Ich wollte ein Vorbild sein an Fleiß, Anständigkeit und Redlichkeit", erklärte der ehemalige Oberbürgermeister von Ingolstadt, Lehmann, am Freitag vor dem Landgericht in Ingolstadt.

5
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Ingolstadt Ex-OB kämpft vor Gericht mit den Tränen

"Die vielen Stunden auf der Anklagebank waren die schlimmsten meines Lebens." Das sagte der ehemalige Oberbürgermeister von Ingolstadt, Alfred Lehmann, heute vor Gericht. Dem der Korruption angeklagten Lehmann drohen drei Jahre Haft.

5
Per Mail sharen
Teilen

"Ich habe mein Amt als Oberbürgermeister ernst genommen. Ich wollte ein Vorbild sein an Fleiß, Anständigkeit und Redlichkeit", erklärte der ehemalige Oberbürgermeister von Ingolstadt am Freitag vor dem Landgericht in Ingolstadt, wo er sich wegen des Vorwurfes der Korruption zu verantworten hat. Die vielen Stunden auf der Anklagebank seien die schlimmsten seines Lebens gewesen, sagte der 69-Jährige weiter.

Ingolstadts Ex-OB gesteht falsches Verhalten

Lehmann gab in seinem Schlusswort zu, sich falsch verhalten zu haben. Er wolle im Zusammenhang mit den Immobiliengeschäften nichts beschönigen. "Dadurch habe ich Menschen enttäuscht und belastet. In erster Linie meine Freunde und meine Familie. Es tut mit besonders leid, dass ich das Ansehen des Amtes des Oberbürgermeisters beschädigt habe. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Ich bitte das Gericht um ihr bestes Urteil."

Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft

Wegen Korruption in zwei Fällen hat die Staatsanwaltschaft für den CSU-Politiker eine Gefängnisstrafe von drei Jahren gefordert. Lehmann habe seine "Stellung als Oberbürgermeister missbraucht" und bei zwei Bauprojekten dadurch finanzielle Vorteile in Höhe von rund 600.000 Euro erzielt, sagte Staatsanwalt Gerhard Reicherl am Freitag. Er bewertete die Immobiliengeschäfte des ehemaligen Rathauschefs als zwei besonders schwere Fälle der Bestechlichkeit. Eine Bewährungsstrafe sei dabei nicht vertretbar. Lehmann habe seine privaten Interessen über seine Dienstpflichten gestellt, meinte der Ankläger. Er beantragte auch, dass der Staat bei Lehmann die 600.000 Euro als Wertersatz einzieht.

Verteidigung will Bewährung für den Angeklagten

Die Verteidiger forderten hingegen eine Bewährungsstrafe von weniger als zwölf Monaten für den 69-Jährigen. Sie sehen keinen Schaden bei der Stadt und gehen auch von einem deutlich geringeren finanziellen Vorteil für Lehmann aus. Der Rathauschef habe selbst nichts gefordert, sondern nur geschwiegen, als er aktiv hätte "Nein" sagen müssen, meinten die Verteidiger. Letztlich habe der damalige OB auch einmal etwas günstig haben wollen.

Die Urteilsverkündung ist für den 22. Oktober geplant.

© BR

Im Korruptionsprozess gegen den ehemaligen Ingolstädter Oberbürgermeister Lehmann wurden heute die Plädoyers gehalten. Während die Staatsanwaltschaft drei Jahre Gefängnis fordert, hält die Verteidigung eine Bewährungsstrafe für ausreichend.