BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Markus Balek
Bildrechte: BR/Markus Balek

Influencerinnen Liza und Jule sammeln Müll in Ansbach – und ihre Follower auf Instagram und TikTok sind mit dabei.

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Influencerinnen sagen dem Müll im Wald den Kampf an

Gegen Müll im Wald und in der Natur: Zwei Influencerinnen aus Ansbach wollen ein Zeichen setzen und sammeln regelmäßig Müll im Dombachtal. Mit dabei sind immer das Smartphone und ihre Follower auf Instagram und TikTok.

3
Per Mail sharen
Von
  • Markus Balek

Weggeworfene Zigarettenkippen, Bierflaschen, sogar Babywindeln liegen quer verstreut im Wald. Zwei Frauen aus Ansbach reicht es. Sie räumen auf und informieren dabei die Social Media Community

Idee kam während des Corona-Lockdowns

Mindestens einmal wöchentlich sind Jule Kielgas (24 Jahre) und Liza Zwanziger (33 Jahre) in den Ansbacher Wäldern unterwegs, um das Müllproblem in Frankens Wäldern und speziell in Ansbach anzugehen. "Wir haben während des Lockdowns festgestellt, dass es immer mehr Müll wird und wollten dann etwas unternehmen", so Liza Zwanziger.

Unterwegs mit Bollerwagen und Müllgreifer

Ausgerüstet mit einem Bollerwagen, Eimern und zwei Müllgreifern machen sich die beiden regelmäßig auf in die Wälder des Dombachtals. Sogar ein eigenes T-Shirt und ein Logo haben sich Jule und Liza kreiert. Der Wiederkennungswert sei daher hoch, sagen beide.

Positive Reaktionen der Follower und Spaziergänger

Immer mit dabei haben Jule und Liza das Smartphone, um Filme und Fotos von vorher und nachher zu generieren. Bei TikTok und Instagram lassen sie dazu ihre Follower mit Posts und Storys unter dem Hashtag #lizzycleansuptheworld an ihren Touren teilhaben.

Die Reaktionen der Community und der Spaziergänger seien durch die Bank positiv, sagt Jule Kielgas. Sie erhielten vor allem Zuspruch und würden aufgemuntert, weiterzumachen. Jule und Liza stellten aber auch fest, dass vielen Menschen die Müllproblematik vor Ort gar nicht bewusst sei. "Viele sagen: Das Problem haben wir doch nicht. Das haben doch eher andere Länder. Aber wir haben das Problem direkt vor der Haustür", so die Erfahrung von Liza.

Von ToGo-Becher bis BH

Zigarettenschachteln, Kippen, Bierflaschen, ToGo-Becher oder gefüllte Hundekotbeutel seien Standardfundobjekte. Doch der Müllspaziergang biete immer wieder Kuriositäten: "Wir hatten schon einen BH, mehrere Unterhosen, einen Pullover, Müllsäcke und volle Babywindeln. Die werden in rauen Mengen, einfach ins Gebüsch gefeuert", so Liza. Einmal hätten Jule und Liza sogar die Polizei eingeschaltet, als sie eine illegale Müllhalde mit alten Autoreifen im Wald entdeckten.

© BR
Bildrechte: BR

Jule Kielgas und Liza Zwanziger sammeln regelmäßig Müll am Zeilberg in Ansbach. Immer dabei: ihr Smartphone für Instagram und TikTok.

Bequemlichkeit und fehlende Mülleimer

Eine gute Mischung aus Bequemlichkeit und Ignoranz der Menschen seien die Hauptgründe, warum Müll einfach in den Wald geworfen würde, mutmaßt Jule Kielgas. Dazu käme aber auch, dass am Zeilberger Spielplatz die Mülleimer dauerhaft überfüllt seien. Ein paar hundert Meter weiter am Rastplatz Zeilberg sind Mülleimer gar nicht erst vorhanden.

Vorschläge und Konfrontation mit Ansbachs Oberbürgermeister

Liza Zwanziger konfrontierte Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) mit den Müllproblemen in der Stadt bei einem Besuch vor dem Stadthaus. Sie hatte auch Lösungsvorschläge parat, wie mehr Mülleimer, und ökologisch abbaubare Hundekotbeutel, aber auch das Aufstellen von Hinweisschildern, die auf die lange Verrottungsdauer von Müll hinweisen.

Oberbürgermeister Deffner (CSU) bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement der Beiden. Und er versprach, den Vorschlag der Hundekotbeutel und der Hinweisschilder aufzugreifen, in der Hoffnung, dass sie eine Wirkung zeigen. In der Frage der zusätzlichen Mülleimern wies Deffner darauf hin, dass diese auch geleert werden müssten und es dafür mehr Personal bräuchte. Das sei bei der Umsetzung oftmals der Haken.

© BR/Markus Balek
Bildrechte: BR/Markus Balek

Müllsammlerin Liza im Gespräch mit Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner

Zwei volle Säcke und Eimer in zwei Stunden

Am Ende des Tages gibt es noch ein Müllfoto für Instagram. Die Bilanz in zwei Stunden: Zwei Säcke und zwei volle Eimer mit verschiedensten Gegenständen wie Flaschen, Zigarettenkippen, FFP2-Masken - vor allem aber Plastik und Verpackungsmüll.

"Nehmt euer Zeug wieder mit. Da müssen wir alle zusammenhelfen. Es ist schließlich auch unser aller Natur und unser aller Wälder." Liza Zwanziger, Influencerin und Müllsammlerin

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!