BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Infektiologe sieht strengen Lockdown bevorstehen

92
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Infektiologe: Bis zu sechs Wochen harter Lockdown nötig

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen wird laut Chef-Infektiologen am Uniklinikum Regensburg, Salzberger, ein strenger Lockdown nötig. Dieser müsse bis zu sechs Wochen dauern. Mit Sorge blickt der Experte auf die Ansteckungsraten bei Kindern.

92
Per Mail sharen
Von
  • Christine Kerler
  • BR24 Redaktion

Der Chef-Infektiologe der Uni-Klinik Regensburg, Bernd Salzberger, rechnet mit einem erneuten strengen, vier- bis sechswöchigen Lockdown. Das sagte er am Mittwochabend im Rundschau Magazin im BR Fernsehen.

"Ich denke, das wird nötig sein. Das werden wir in den nächsten Tagen sicherlich sehen. Es ist abzusehen, dass wir in einen Lockdown hineinlaufen." Bernd Salzberger, Chef-Infektiologe der Uni-Klinik Regensburg

Infektiologe hofft auf schnelle Impfung der Über-60-Jährigen

Salzberger fügte hinzu, man könne nur hoffen, dass bis dahin dann tatsächlich alle Risikogruppen, vor allem die über 60 Jahre, geimpft seien. "Dann ist tatsächlich auch die größte Gefahr vorbei, dass die Krankenhäuser zulaufen, wie das im Augenblick in Frankreich der Fall ist."

Neue Variante für Kinder ansteckender

Sorge bereiteten ihm auch die gehäuften Infektionszahlen bei Kindern. Dies sei neu und habe wahrscheinlich mit der neuen Variante zu tun, die auch für Kinder ansteckender sei, so Salzberger. "Das ist ja bei der Grippe so, dass die Kinder eine große Rolle bei der Verbreitung spielen. Die bringen es dann zu den Großeltern. Das war bisher bei Corona nicht der Fall. Das nimmt aber zu, dieses Phänomen."

Der Infektiologe geht davon aus, dass für Kinder ab zwölf Jahren schon bald ein Impfstoff zugelassen werden könnte. Für die jüngeren Kinder werde es noch länger dauern. Studien dazu seien wieder "ziemlich rudimentär", so der Infektiologe. Bei Kindern sei es besonders wichtig, dass ein Impfstoff wirklich sicher ist.

Salzberger befürwortet Astrazeneca-Einsatz für Ältere

Die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko), Astrazenca nur noch für Menschen über 60 zuzulassen, hält Salzberger für richtig. "Wir haben in Deutschland mittlerweile 30 Fälle dieser seltenen Nebenwirkung gesehen. Das ist in der Größenordnung von 1 zu 100.000. Bei den jüngeren Menschen ist es so, dass der Benefit und der mögliche Schaden sich die Waage halten. Insofern ist das eine richtige Entscheidung." Der Infektiologe weist darauf hin: Wer Tage nach der Impfung schwere Kopfschmerzen oder Zeichen von Blutungen in der Haut entwickle, müsse einen Arzt aufsuchen.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!