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Die EMA hat empfohlen, das Vakzin von Astrazeneca weiter zu benutzen.

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    Infektiologe: Astrazeneca-Einsatz bei jüngeren Frauen prüfen

    Nach einem zwischenzeitlichen Impfstopp werden die Impfungen mit Astrazeneca nun fortgeführt. Weil fast nur Frauen von Thrombosen betroffen waren, rät der Regensburger Infektiologe Bernd Salzberger aber bei Frauen vor der Menopause zur Vorsicht.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Sebastian Wintermeier

    Nachdem sich die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zur Fortsetzung der Corona-Impfungen mit Astrazeneca ausgesprochen hat, rät der Regensburger Infektiologe Bernd Salzberger zur Vorsicht bei Frauen vor der Menopause. Bei Männern seien keine Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen bekannt, so der Infektiologe.

    Fast ausschließlich Frauen von Thrombosen betroffen

    Die bisher 13 bekannten Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen in Deutschland betreffen fast ausschließlich Frauen. Thrombosen würden auch mit dem Hormonstatus zusammenhängen, sagte Salzberger. Deshalb müsse der Astrazeneca-Einsatz bei Frauen vor der Menopause überprüft werden. Es sei in dem Zusammenhang zu überlegen, ob der Impfstoff nicht für andere Gruppen besser geeignet ist.

    Infektiologe: Astrazeneca für andere Gruppen "ein Segen"

    So sei zum Beispiel das Risiko für einen über 80-jährigen Mann ungleich höher, bei einer Infektion einen schweren Verlauf zu erleiden. "Für den ist Astrazeneca ein Segen", so Salzberger gegenüber dem BR. Es gebe derzeit außerdem keinen Hinweis darauf, dass das Astrazeneca-Vakzin zu Problemen bei Männern führt. Salzberger betonte aber, dass noch völlig offen sei, ob bestimmte Medikamente oder etwa die genetische Veranlagung eine Rolle bei Komplikationen mit dem Impfstoff von Astrazeneca spielen könnten. Die weitere Klärung werde wohl noch Wochen dauern, so der Infektiologe.

    EMA: Nutzen von Astrazeneca höher als die Risiken

    Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte nach einem zwischenzeitlichen Stopp die Fortsetzung der Impfungen empfohlen. "Der Impfstoff ist sicher und effektiv gegen Covid-19, und die Vorteile sind wesentlich größer als die Risiken", sagte EMA-Chefin Emer Cooke am Donnerstag in Amsterdam nach einer Sondersitzung des Sicherheitsausschusses. Die EMA bekräftigte, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Impfungen die Vorfälle verursacht hätten. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen. Daher würden die Prüfungen und Studien auch fortgesetzt.

    Salzberger stimmt EMA-Empfehlung zu

    Die EMA-Entscheidung wertete Salzberger als erwartbar, insgesamt überwiege klar der Nutzen der Impfung. Die EMA habe sich offensichtlich die Fälle genau und ernsthaft angeschaut. "Es sind ungewöhnliche, seltene Ereignisse", sagte Salzberger mit Blick auf die berichteten Hirnvenenthrombosen. Er begrüßte, dass die EMA einen Warnhinweis in die Patienten- und Fachinformation aufnehmen wolle. Das Verfahren insgesamt zeige, dass das Netzwerk der Arzneimittelsicherheit funktioniere.

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