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Intendanten-Wahl im BR: Wie läuft sie ab? | BR24

© pa/dpa/Sven Hoppe

BR-Intendant Ulrich Wilhelm

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    Intendanten-Wahl im BR: Wie läuft sie ab?

    Nach zehn Jahren tritt BR-Intendant Ulrich Wilhelm nicht für eine dritte Amtszeit an. Am Donnerstag wählt der Rundfunkrat einen Nachfolger. Wer darf wählen, wie ist das Prozedere, wer sind die Kandidaten bzw. die Kandidatin?

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    Intendanten bzw. Intendantinnen, die an der Spitze öffentlich-rechtlicher Sender stehen, werden vom Rundfunkrat gewählt. Sie führen die Geschäfte, tragen die Verantwortung fürs Programm, schließen Verträge ab und sind verantwortlich für den Haushalt.

    Wie wird man BR-Intendant oder -Intendantin?

    Um dieses Amt kann man sich nicht bewerben; die Führungsposition wird nicht ausgeschrieben, stattdessen können die Rundfunkräte Vorschläge machen. Sowohl im Haus als auch in der Politik wurde im Sommer der Ruf nach einer Frau an der Spitze des BR laut. Denn im fünfköpfigen BR-Direktorium gibt es mit der Technikdirektorin Birgit Spanner-Ulmer nur eine Frau, seit Gründung des BR 1949 standen sieben Männer an der Spitze des Hauses.

    Was ist der Rundfunkrat?

    Rundfunkräte sind ein wesentliches Element des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten nach dem Vorbild der BBC in Deutschland eingeführt. Die Idee dahinter: Der Rundfunk soll der Gesellschaft gehören und von ihr kontrolliert werden - nicht vom Staat und nicht von Parteien. Das sind die Lehren aus dem Missbrauch des Radios als Propaganda-Instrument unter dem Hitler-Regime.

    Rundfunkräte - wer sind sie?

    Die 50 Frauen und Männer, die den Rundfunkrat des BR bilden, stehen für die sogenannten gesellschaftlich relevanten Gruppen: Gewerkschaften, Kirchen, Sport- und Jugendverbände, Kulturorganisationen, Wirtschaftskammern gehören dazu, aber auch die Parteien - letztere dürfen jedoch nicht die Mehrheit in dem Gremium bilden. Proportional zur Sitzverteilung im Bayerischen Landtag sind sie auch im Rundfunkrat vertreten. Derzeit sind das zwölf Politiker und Politikerinnen, außerdem der bayerische Medienminister. Aber auch die Vertreter von gesellschaftlichen Organisationen stehen häufig einer Partei nahe. Vorsitzender des Rundfunkrates ist Lorenz Wolf, der Vertreter der katholischen Kirche.

    Die Aufgaben des Rundfunkrates

    Die Rundfunkräte beraten den Intendanten bzw. die Intendantin und wachen darüber, dass der Programmauftrag des BR erfüllt wird. Eine der wichtigsten Aufgaben des Rundfunkrates ist die Wahl des Führungspersonals. Intendanten werden auf fünf Jahre gewählt, eine Wiederwahl ist zulässig.

    Wer steht zur Wahl?

    Zur Wahl stehen drei Personen aus dem Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

    Albrecht Frenzel: Der 54-Jährige ist seit 2015 Verwaltungsdirektor des BR, zuvor war er in gleicher Position beim NDR tätig. Er hat ein Zeitungsvolontariat bei der "Schwäbischen Zeitung" absolviert und anschließend Verwaltungswissenschaften studiert. Im BR hat er vor allem die Personalentwicklung und die Finanzen im Blick; der BR muss Millionen einsparen, selbst wenn es 2021 zu einer leichten Erhöhung des Rundfunkbeitrages kommen sollte.

    Katja Wildermuth: Die 55-Jährige ist Programmdirektorin beim MDR in Halle. Sie hat Geschichte in München studiert und blickt auf eine langjährige Fernseh-Karriere beim MDR und NDR zurück. Sie war verantwortlich für preisgekrönte Dokumentarfilme, darunter viele Kooperationen mit ARTE, und hat sich einen Namen gemacht mit crossmedialen Projekten wie die "Geschichte Mitteldeutschlands". Wildermuth gilt als besonders erfahren, was Digitalisierung und trimediale Strukturen betrifft, also das Zusammenführen von Radio, Fernsehen und Online.

    Christian Vogg: Der 55-jährige Augsburger ist Chief Data Officer und Bereichsleiter Dokumentation und Archive beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Er gilt als Außenseiter-Kandidat im Bewerberfeld.

    Gewählt wird in nicht-öffentlicher Sitzung, es reicht die einfache Mehrheit. Die Amtszeit der oder des Neuen beginnt am 1. Februar nächsten Jahres.

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