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500 Dosen des Corona-Impfstoffs sind auf dem Weg von Oberfranken nach Erlangen unbrauchbar geworden.

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    Oberfranken: umstrittener Impfstoff endgültig unbrauchbar

    Der in Oberfranken wegen mutmaßlicher Fehler beim Transport aussortierte Impfstoff gegen das Coronavirus ist beim Versuch, ihn in Mittelfranken doch noch zu verimpfen, endgültig unbrauchbar gemacht worden.

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    Von
    • Thorsten Gütling

    500 Dosen des Corona-Impfstoffs sind auf dem Weg von Oberfranken nach Mittelfranken unbrauchbar geworden. Das bestätigt der Sprecher des Universitätsklinikums Erlangen, Johannes Eissing, auf Nachfrage des BR.

    Impfdosen in Oberfranken aussortiert

    Die Impfdosen waren bereits in Oberfranken wegen Problemen bei der Dokumentation der Kühlkette in die Kritik geraten und nicht verwendet worden. In den acht oberfränkischen Landkreise Forchheim, Bayreuth, Coburg, Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Hof und Wunsiedel hatte sich der Impfstart daraufhin verzögert.

    Oberfränkische Charge für mittelfränkische Ärzte

    Wie Eissing sagt, hätten sich Uni-Klinik sowie die Städte Nürnberg und Erlangen dennoch bereit erklärt, 500 der insgesamt 1000 in Oberfranken zurückgehaltenen Impfdosen zu übernehmen. Sie sollten für die Impfung von Ärzten und Klinik-Mitarbeitern verwendet werden, nachdem der Impfstoffhersteller Biontech die Güte der Charge garantiert hatte.

    Messgeräte zeigen Temperaturen über acht Grad Celsius

    In Oberfranken wurde die Charge zurückgehalten, weil Messgeräte aufgezeigt hatten, dass der Impfstoff bei der Anlieferung zeitweise über der empfohlen Temperatur von zwei bis acht Grad Celsius transportiert worden war. Als Grund für die Messtemperaturen von bis zu 14 Grad Celsius wurde unter anderem die fehlerhafte Platzierung der Messinstrumente in der Kühlbox genannt.

    "Das kennen sie vom eigenen Kühlschrank. Unten ist der Impfstoff, da war es wahrscheinlich kalt. Deswegen sagen alle, wahrscheinlich wäre es möglich, ihn zu verimpfen. Das Gerät, das die Temperatur aufzeichnet, war relativ weit oben, da war es wärmer, aber das sind eben die Temperaturen, die uns vorliegen." Christian Meißner, Vorsitzender des Bezirksverbandes Oberfranken des Bayerischen Landkreistages

    Impfstoff versehentlich eingefroren worden

    Der Impfstoff sei daraufhin am Dienstag zurück in das Impfstofflager nach Erlangen transportiert worden, so der Sprecher der Uni-Klinik Erlangen, Eissing. Dabei war der Impfstoff versehentlich wieder eingefroren worden - ein Fehler, der die Charge diesmal tatsächlich unbrauchbar gemacht habe.

    Biontech bestätigt Unbrauchbarkeit der Charge

    Aufzeichnungen ließen vermuten, dass die Transporttemperatur zumindest zeitweise unter null Grad gefallen sei, bestätigt die Regierung von Oberfranken. In Erlangen angekommen hätten Qualitätskontrolleure die Unbrauchbarkeit der Charge schließlich bestätigt, so Eissing.

    Spezialunternehmen sollen zum Zug kommen

    Die Regierung von Oberfranken hat auf das doppelte Missgeschick unterdessen reagiert. Kam bislang unter anderem das Technische Hilfswerk beim Transport des Impfstoffes zum Zug, sollen künftige Chargen ausschließlich von Unternehmen gefahren werden, die sich auf den Transport von medizinischen Produkten spezialisiert haben. 

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