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Pompeji Deutschlands: In Nordendorf zieht ein Denkmal um | BR24

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Ein fast in Vergessenheit geratenes Denkmal in Nordendorf soll wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Dafür ist ein Umzug nötig.

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Pompeji Deutschlands: In Nordendorf zieht ein Denkmal um

Nordendorf bei Augsburg wurde schon als Pompeji Deutschlands bezeichnet - wegen der archäologischen Schätze, die in der Region entdeckt worden waren. An so einen Fund erinnert ein Denkmal, das jetzt verlegt wird und einen prominenteren Platz bekommt.

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Stefan Hampel bereitet alles vor für den Abtransport. Der Steinmetz steht mit seinem Team an einem fast drei Meter hohen Denkmal, das in Nordendorf fast keiner kennt - trotz seiner kulturhistorischen Bedeutung. Bisher befindet sich das Denkmal auf einem schwer zugänglichen Grundstück an der Bahnlinie von Augsburg nach Donauwörth. Nach 167 Jahren wird das Denkmal jetzt versetzt, um es besser sichtbar zu machen.

Keine alltägliche Aufgabe: Bei so alten Denkmälern, sagt Hampel, wisse man nie, wie sie einst verdübelt und befestigt wurden. Deshalb müsse man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

Denkmal in Nordendorf zum Teil zerbrechlich

König Ludwig I. ließ das Denkmal Mitte des 19. Jahrhunderts errichten. Die Stele besteht aus vier Teilen und erinnert an den Fund eines alemannischen Gräberfeldes. Es wurde damals beim Bau der Bahnstrecke entdeckt und besteht aus 449 Reihengräbern mit einigen Tausend Fundgegenständen.

Die beiden unteren Segmente des Denkmals bleiben, wo sie sind. Denn sie bestehen aus Sandstein und könnten beim Transport zerbrechen. Die beiden oberen Bauteile putzt Hampel jetzt mit seinem Team heraus, damit sie in den kommenden Wochen umziehen können. Künftig sind sie dann am Ortseingang von Nordendorf zu sehen.

Nordendorf einst als "Pompeji Deutschlands" gehandelt

In den Augen von Nordendorfs Bürgermeister Tobias Kunz ist der Gedenkstein ein historisches Juwel: In der Presse sei Nordendorf einmal als "Pompeji Deutschlands" beschrieben worden, in Anlehnung an den weltberühmten Ausgrabungsort in Italien. Das zeige, wie bedeutsam der damalige Fund in Schwaben sei.

Auch Kreisheimatpflegerin Gisela Mahnkopf freut sich darüber, dass das Denkmal einen neuen Platz bekommt. So könne man dokumentieren, dass Nordendorf das Zentrum einer frühmittelalterlichen Siedlungslandschaft war.

9.000 Euro kostet der Umzug des Denkmals. Das Landesamt für Denkmalpflege beteiligt sich mit 4.000 Euro. Die Verlegung geht auf die Initiative des Hobby-Historikers Wolfgang Thomer zurück. Der Nordendorfer hat viel Zeit und Herzblut in das Projekt investiert. Und er hofft, die Nordendorfer so für die Geschichte ihres Heimatorts zu begeistern.

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