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In die Kampenwand gemeißelt: Ein Denkmal für den Kini? | BR24

© pa/dpa/Sven Simon

In die Kampenwand gemeißelt: Ein Denkmal für den Kini?

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    In die Kampenwand gemeißelt: Ein Denkmal für den Kini?

    Der Geheimbund der Guglmänner möchte das Konterfei des Märchenkönigs Ludwig in die Kampenwand meißeln lassen. Nach dem Vorbild von Mount Rushmore in den USA. Das sorgt natürlich für Gesprächsstoff – nicht nur in Aschau.

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    König Ludwig, der Märchenkönig - um kaum eine andere Person ranken sich so viele Mythen und Legenden. Irgendwie ist er einfach unsterblich. Ein Geheimbund, die sogenannten Guglmänner, wollen dem "Friedensfürsten" jetzt ein ganz besonderes Denkmal setzen. Nach dem Vorbild von Mount Rushmore in den USA, wo die Köpfe von vier amerikanischen Präsidenten riesengroß im Felsen verewigt sind.

    Vergleichbar mit der Sphinx

    Genau so stellen sich das die Guglmänner auch vor. Ein würdiges Monument für König Ludwig dürfe nicht vergleichbar sein mit zahllosen Standbildern gewöhnlicher Monarchen, argumentieren sie. Es müsse unübertreffbare Größe ausstrahlen, das größte Denkmal, "das seit den Pharaonen für einen König je errichtet worden ist". Nur wenn es einzig mit der Sphinx vergleichbar wäre, würde es der Bedeutung des "Friedensfürsten Ludwig" gerecht, heißt es in einer Mitteilung des Geheimbundes.

    Herunterschauen auf Schloss Herrenchiemsee

    Die Kampenwand in Aschau erachten sie als den perfekten Platz für das Kini-Monument. Denn dort steht das Gedenkkreuz für die bayerischen Gefallenen beider Weltkriege. König Ludwig habe Krieg und Gewalt gehasst und sei selbst ermordet worden. Dort würde sich das Portrait des Friedensfürsten Ludwig also ideal einfügen, meinen die Guglmänner. In eine Felszacke der Kampenwand gemeißelt, könnte er dann herunterblicken auf sein Schloss Herrenchiemsee und auf tausende Touristen.

    Einem sanften Tourismus nicht förderlich

    Corinna Sperger von der Tourist-Info des Dorfes Aschau im Chiemgau, das zu Füßen der Kampenwand liegt, ist wenig begeistert von der Idee. Eine zusätzliche Attraktion passe nicht ins touristische Konzept ihres Ortes, da es derzeit ohnehin einen großen Ansturm auf die heimischen Berge gebe. Man sei für einen sanften und nachhaltigen Tourismus.

    Aschauer Bürgermeister skeptisch

    Auch der Aschauer Bürgermeister Simon Frank ist skeptisch. Eine offizielle Anfrage der Guglmänner habe er bisher nicht erhalten, nur die Postkarte mit der Grafik. Er halte von der Idee jedoch nicht viel und habe wichtigere Dinge zu bearbeiten, sagt er im Gespräch mit dem BR.

    Ob sich der Plan der Guglmänner umsetzen lässt, ist ohnehin fraglich. Denn die Kampenwand ist in Privatbesitz. Freiherr Rasso von Cramer-Klett hat sich noch nicht zu den Plänen der Guglmänner geäußert. Die Aschauer gehen aber schwer davon aus, dass er dem König Ludwig-Denkmal auf seiner Kampenwand nicht zustimmen würde.

    Die Guglmänner sind ein bayerischer Geheimbund, dessen Mitglieder sich als Hüter der Monarchie verstehen und zum Weiterleben der Verschwörungstheorien und Legenden um den Tod König Ludwigs II. von Bayern im Jahr 1886 beitragen.

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