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In den Herbstferien wäre eigentlich Hochbetrieb am Flughafen Nürnberg. Doch coronabedingt ist es ruhig. Nicht nur Mitarbeiter des Flugbetriebs haben weniger Arbeit, sondern auch die Geschäfte und Cafés sind fast leer.

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In der Krise: Airport Nürnberg startet in die Herbstferien

Endlich Herbstferien! Normalerweise starten viele Familien jetzt in den wohlverdienten Kurzurlaub. Auch am Flughafen in Nürnberg ist um diese Zeit eigentlich immer viel los. Doch in diesem Jahr ist coronabedingt alles anders.

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Von
  • Nicole Schmitt

Die Gepäcksortierung am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg: Nur wenige bunte Koffer und schwarze Sporttaschen fallen auf das Förderband. Normalerweise wird hier im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Doch Corona verändert auch das Treiben am Nürnberger Flughafen. Gerade mal 18 Maschinen starten und landen an diesem Tag. Für die Flüge nach Barcelona und Bukarest reicht die Arbeitskraft von Christian Ismayer. Seit vier Jahren sorgt er dafür, dass die Koffer und Trolleys im richtigen Flieger landen.

Viele Mitarbeiter sind in Kurzarbeit

Vor Corona war hier deutlich mehr los. Da fielen etwa 1.200 Gepäckstücke in der Stunde vom Band. Soviel wie jetzt nur noch an einem Tag. Seit Beginn der Pandemie seien etliche der 1.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit, erklärt der Abteilungsleiter des Gepäckdienstes Matthias Reubel: "Wir versuchen bei der Gepäcksortierung, aber auch bei den anderen Fachabteilungen für die Flugzeugabfertigung sehr flexibel zu handeln. Die Mitarbeiter ziehen da wirklich alle an einem Strang, wir können die Dienstzeiten sehr flexibel gestalten, was uns enorm hilft."

Airport Nürnberg kann Krise

Krisen ist der Albrecht Dürer Airport gewohnt. Zum Beispiel, als Air Berlin erst das Drehkreuz strich und dann auch noch Insolvenz anmeldete. Doch immer wieder erholte sich der Flughafen in der Frankenmetropole. In den vergangenen Jahren war er mit mehr als vier Millionen Passagieren jährlich ausgelastet. 2020 nun der nächste Rückschlag: Coronabedingt ist es nicht einmal sicher, dass die Eine-Million-Marke an Passagieren geknackt wird.

Kein Winterflugplan für 2020/21

Außerdem gibt es in diesem Jahr auch keinen Winterflugplan – weder als gedruckte Version noch im Internet abrufbar, sagt der Pressesprecher des Airports Christian Albrecht: "Es ist gerade eine sehr dynamische Entwicklung. Airlines koordinieren oder streichen natürlich auch Flüge, weil die Lage sehr dynamisch und sehr volatil ist." Verantwortlich dafür sei natürlich das Infektionsgeschehen selbst.

Zudem müssen die Fluggesellschaften auch auf die sich ständig ändernden Einreisebestimmungen in andere Länder reagieren. Ein aktuelles Beispiel ist die Türkei. Die Bundesregierung hat für das komplette Land eine Reisewarnung ausgesprochen – gültig ab dem 9. November. Dazu Christian Albrecht: "Es gab einmal eine Zeit lang eine Sondervereinbarung für die türkische Riviera." Da jetzt aber das ganze Land wieder als Risikogebiet ausgewiesen wurde, würden dementsprechend dann auch bald keine Flüge mehr stattfinden.

Herbstferien bringen nicht mehr Passagiere

Das bedeutet auch für die Herbstferien: Anhaltend wenig Reisende und damit auch wenig Betrieb am Flughafen. Die meisten Airlines hätten das touristische Winterfluggeschäft ohnehin schon abgehakt, ihr Fokus liege bereits auf dem Sommer 2021, sagt Airport-Sprecher Christian Albrecht. Es gelte eben, flexibel zu bleiben. Am Nürnberger Flughafen möchte man nun verstärkt Flüge zu den großen Drehkreuzen Europas wie Frankfurt oder Amsterdam anbieten. So hoffen die Verantwortlichen langfristig wieder auf wachsenden Flugverkehr.

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