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In der Coronakrise: Blutspende-Bereitschaft in Bayern steigt | BR24

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Blutpsenden hat in der Coronakrise eine zweifach wichtige Bedeutung: Zum einen gehen Mensch aus Angst vor Corona nicht mehr zum Spneden, obwohl Blut dringend benötigt wird. Zum anderen kann das Blut von ehemals Kranken helfen, Therapien zu finden.

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In der Coronakrise: Blutspende-Bereitschaft in Bayern steigt

Viele Menschen in Bayern scheinen dem Aufruf des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) nach dringend benötigten Blutspenden zu folgen. Der Andrang, besonders von Erstspendern, ist teilweise so hoch, dass sich Schlangen bilden.

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Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes spürt eine positive Resonanz auf den Aufruf an die Bevölkerung, vermehrt zum Blutspenden zu gehen. Wie ein Sprecher dem Bayerischen Rundfunks sagte, kommen seit Anfang der Woche tendenziell mehr Erstspender.

Der Blutspendedienst bittet darum, wegen der Corona-Pandemie nicht nur in diesen Tagen, sondern auch in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt zum Blutspenden zu gehen, weil die Blutkonserven nur 42 Tage haltbar seien. "Es gibt keine Ansteckungsgefahr," betonte der Sprecher.

Der Blutspendedienst braucht pro Tag rund 2.000 Blutkonserven. In den letzten Tagen habe man knapp darunter gelegen. Die Versorgung in den Krankenhäusern könne aber gewährleistet werden, weil es noch einen Pufferbestand gebe.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Großer Andrang in Würzburg

Bei einem Blutspendetermin in einer Würzburger Pfarrei hat das Bayerische Rote Kreuz (BRK) am Wochenende einen außergewöhnlichen Andrang registriert. Der Ehrenamtliche Stefan Schwarz zeigte sich im Anschluss "überwältigt" von der großen Bereitschaft vor allem von Erstspendern. Unter ihnen waren den Angaben zufolge viele Studierende, die Aufrufen in den sozialen Medien gefolgt waren.

Durch die hohe Zahl an Erstspendern und wegen der zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen wie Temperaturmessung am Eingang sei es zu Wartezeiten von über zwei Stunden gekommen. Die Freiwilligen hätten aber "sehr geduldig und mit verantwortungsvollem Abstand zueinander in einer langen Schlange" gewartet, niemand habe sich beschwert, so Schwarz. "Die Stimmung war trotzdem gut, niemand hat gemeckert oder gejammert."

Obwohl das Team spontan drei Stunden länger gearbeitet hat, mussten einige Spender unverrichteter Dinge wieder gehen. Nun hofft das BRK, dass diese Spendewilligen zu einem der nächsten Würzburger Termine am 14. oder am 17. April kommen.

Die Übersichtskarte zu den aktuellen Coronavirusfällen in Bayern finden Sie hier.

Doppelt so viele Blut-Spender wie üblich

In Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck haben am Samstag Menschen bis zu zwei Stunden gewartet, um Blut zu spenden. Das Bayerische Rote Kreuz hatte für diesen turnusgemäßen Blutspendetermin in der Grundschulturnhalle keine extra Werbung gemacht. Nach zweieinhalb Stunden hatten sich bereits 160 Menschen angestellt. Viele kamen auch aus den umliegenden Landkreisen Starnberg und Dachau. "Die Leute haben Zeit, viele arbeiten nicht", sagt Rudolf Naumann von der Wasserwacht Fürstenfeldbruck. Er maß bei allen Wartenden die Körpertemperatur, noch bevor sie sich anmeldeten. "Normalerweise haben die Menschen nicht so viel Geduld, aber heute stellen sich alle ganz diszipliniert in zwei Metern Abstand zum Nächsten in die Schlange", lobte Naumann. Am Ende waren mehr als 200 Menschen zum Blutspenden gekommen - mehr als doppelt so viele wie normalerweise.

Das BRK weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass der Besuch von Blutspendeterminen trotz aktuell geltender Ausgangsbeschränkungen ausdrücklich erlaubt ist.

Alle Termine finden sich im Internet unter www.blutspendedienst.com/blutspendetermine.