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Bärlauch am Waldboden

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    Mehr Vergiftungen in Bayern durch selbst gesammelte Pflanzen

    Cafés, Museen oder Sportanlagen sind wegen der Pandemie geschlossen - viele Menschen zieht es da ins Freie. Nun schlägt der Leiter des bayerischen Giftnotrufs Alarm: Weil die Menschen auch mehr Pflanzen sammeln, steigt die Zahl der Vergiftungen.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Die Fälle von Vergiftungen in Bayern haben zugenommen - auch weil mehr Menschen in Corona-Zeiten in die Natur strömen und Pflanzen zum Verzehr sammeln. Insbesondere Verwechslungen anderer Pflanzen mit dem beliebten Bärlauch spielen dabei eine große Rolle. Der Giftnotruf München verzeichnete hierzu in den vergangenen beiden Jahren noch jeweils 75 und 93 Fälle - allein in den Monaten Februar bis April 2021 waren es dagegen bereits 67 Fälle, wie es vom Giftnotruf München heißt.

    Für Florian Eyer, Leiter des Giftnotrufs und der Klinischen Toxikologie der TU München, hängt das auch mit dem Drang der Menschen ins Freie in Zeiten der Corona-Pandemie zusammen. Viele gingen etwa mit ihren Kindern in der Natur auf die Suche nach Pflanzen. Doch einige hätten nicht das nötige Wissen über giftige Pflanzen, so Eyer.

    Mann im Landkreis Freising stirbt nach Bärlauch-Verwechslung

    Für einen 48-Jährigen aus dem Landkreis Freising hatte das Ende April tödliche Folgen. Der Mann hatte eine Soße aus selbstgesammeltem, vermeintlichem Bärlauch zubereitet. Mit Übelkeit wurde er in eine Klinik gebracht, wo er dann starb. Ein Gutachten bestätigte, dass er eine hochgiftige Herbstzeitlose verspeist hatte. Laut Polizei hatte er nur ein paar Löffel von der Soße gegessen, weil sie ihm bitter vorgekommen sei.

    Das bayerische Gesundheitsministerium und der Giftnotruf München weisen darauf hin, dass Colchizin wie es in den Blättern, Zwiebeln, Blüten und Samen der Herbstzeitlosen enthalten ist, bereits in geringen Mengen tödlich sein kann. Die Blätter von Bärlauch und Herbstzeitlosen ähneln sich sehr und wachsen oft unmittelbar nebeneinander. Deshalb komme es oft zu Verwechslungen, sagte Eyer.

    Symptome der Vergiftung seien Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. In schlimmeren Fällen könne der Verzehr der giftigen Pflanze auch zu einem Multiorganversagen führen und tödlich enden - wie der Fall des Mannes aus dem Landkreis Freising zeigt.

    Menschen kochen mehr mit Zutaten aus der Natur

    Als Faktor für die Zunahme der Vergiftungsfälle mit Pflanzen sieht der Toxikologe Eyer auch Posts und Rezepte in sozialen Medien. Zugleich werde während der Pandemie öfter zu Hause gekocht - und dabei inzwischen vermehrt auf Zutaten aus der freien Natur zurückgegriffen.

    Die Empfehlung sei aber klar: Wer sich nicht gut auskennt, sollte besser keine Pflanzen zum Essen in der Natur sammeln. Im Zweifel müsse jedes Blatt einzeln sicher als Bärlauch erkannt werden.

    (mit Material der dpa)

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