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In der Corona-Krisenzentrale Rottal-Inn: #rottalinnhoitzam | BR24

© BR/Laila Heyne

Das Kontaktermittlungsteam im großen Sitzungssaal des Landratsamtes Rottal-Inn

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In der Corona-Krisenzentrale Rottal-Inn: #rottalinnhoitzam

Der Kreis Rottal-Inn ist das streusiedlungsreichste Gebiet in Deutschland. Trotzdem gibt es dort schon fast 200 Corona-Patienten. Was das Gemeinschaftsgefühl betrifft, macht dem Landkreis aber keiner so schnell was vor.

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Der niederbayerische Landkreis Rottal-Inn ist etwas, dass man sich in solchen Pandemie-Zeiten eigentlich wünscht, nämlich das streusiedlungsreichste Gebiet in ganz Deutschland. Will heißen: die Einwohner sind gut verteilt. Trotzdem haben sich dort bereits fast 200 Menschen mit dem Virus angesteckt - Tendenz steigend. Aber der Landkreis ist auch ein Vorzeige-Fall: nämlich was das Gemeinschaftsgefühl betrifft. "Rottal-Inn hoit zam" heißt der Slogan.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus aus Niederbayern: hier

Bürgertelefon im Landratsamt läuft heiß

Bis zu 300 Menschen rufen täglich das Bürgertelefon im Landratsamt in Pfarrkirchen an. Fast alle hier haben eine sozialpädagogische Ausbildung. Die Gespräche sind vertraulich, es braucht Feingefühl. Oft wird nach den Regeln der Ausgangsbeschränkungen gefragt, meistens geht es aber darum, dass die Menschen Kontakt mit Infizierten hatten.

Kontaktermittlungsteam im großen Sitzungssaal

Ein Stockwerk drüber, im großen Sitzungssaal, arbeitet das Kontaktermittlungsteam. Sie rufen die Kontaktpersonen der bestätigten Infizierten an. Täglich suchen und wählen sie ab 8:00 Uhr morgens hunderte Nummern und erklären. Kornelia Neuhuber macht das zusätzlich zu ihrem Job: "Der Großteil, muss ich sagen, reagiert wirklich super. Die sind froh, dass man sich um sie kümmert und das gibt einem die Bestätigung, dass man das gern macht, was man hier jetzt macht."

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Das Kontaktermittlungsteam im Landratsamt ruft täglich hunderte Nummern an

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Mobile Hygienestation am Stadtplatz in Pfarrkirchen

Theater an der Rott hilft mit

Viele der Helfer machen normalerweise ganz etwas anderes. Seit ein paar Tagen helfen zum Beispiel die Mitarbeiter des Theater an der Rott mit. Der Intendant des Theaters, Uwe Lohr sagt, dass es zwei Möglichkeiten gebe: Entweder zu Hause sitzen und warten bis die Krise vorbei ist oder versuchen aktiv zu helfen.

Angst und auch Wut der Bürger

Sie alle gehen erst nach Hause, wenn die Liste des Tages abgearbeitet ist und alle informiert wurden. Von hier aus gibt der Landkreis alle Infos raus und postet auf Facebook. Dabei bekommen sie natürlich auch die Wut und Ängste der Bürgerinnen und Bürger zu spüren.

"Aber im Großen und Ganzen bekommen wir auch die Rückmeldung, dass die Leute über die Informationen sehr froh sind. Wir wollen nicht nur die Infos nach draußen posaunen, sondern, und interessiert ganz klar, was kommt vom Bürger zurück und versuchen hier, alle Fragen so gut es geht zu beantworten." Thomas Hofbauer, Leiter Büro des Landrats/Pressestelle Rottal-Inn

Viel Hilfe auch im Netz

Und auch im Netz tut sich viel. "Rottal-Inn hoit zam" und hilft sich gegenseitig, wo es geht. Unzählige Masken werden genäht, Spenden- und Hilfsaktionen laufen, ein BRK-Sorgentelefon wurde eingerichtet. Eine zentrale Facebook-Gruppe heißt "Corona Hilfe Rottal Inn" und eine Freiwilligenagentur ist aktiv.

Hilfreiche Links, Telefonnummern, den Einkaufservice, Spendenaktionen aus dem Landkreis Rottal-Inn finden Sie HIER.