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In Aichach sollen wieder Kinder auf die Welt kommen | BR24

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In Aichach sollen bald wieder Kinder zur Welt kommen. Landrat und Hebammen haben am Mittwoch ein Konzept für eine neue Geburtenstation präsentiert.

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In Aichach sollen wieder Kinder auf die Welt kommen

Seit 2018 hat das Krankenhaus in Aichach einen Neubau - aber die Geburtsstation ist nie in Betrieb gegangen. Es fehlt an Hebammen. Jetzt haben die Verantwortlichen eine Lösung vorgestellt.

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Es ist eine dunkelblaue Mappe im DIN-A4-Format mit dem Landkreis-Wappen, darin eine Absichtserklärung, die unter anderen Landrat Klaus Metzger und drei Hebammen unterschrieben haben. Ihr Plan: Es soll wieder eine Geburtsmöglichkeit in Aichach (Landkreis Aichach-Friedberg) geben. Das Krankenhaus wurde zwar neu gebaut und 2018 eröffnet, aber der Kreißsaal ging nie in Betrieb.

Geburtshilfe in Aichach könnte 2021 an den Start gehen

Stattdessen wurde die Geburtshilfe an die Partnerklinik in Friedberg ausgelagert. Jetzt aber soll es wieder möglich sein, dass Kinder in Aichach zur Welt kommen. "Das ist der Wille", sagte Metzger am Mittwoch bei der Vorstellung des Konzepts. Wenn alles klappt, könnte schon ab Anfang nächsten Jahres im Altbau des Aichacher Krankenhauses ein Geburtshaus entstehen.

In Aichach werden weitere Hebammen gesucht

Das Haus sollen die Hebammen in Eigenregie führen. Die Gesellschaftsform ist noch offen. Und: Es müssen weitere Hebammen gefunden werden. Die Idee zum Geburtshaus stammt von Hebammen aus dem Raum Aichach wie Veronika Lindmeyr, die noch auf der alten Geburtsstation gearbeitet hat.

Plan für neue Geburtshilfe: "super Sache"

„Es ist ein Plan", sagte Lindmeyr, "wir brauchen auf jeden Fall noch weitere Kolleginnen, ich freu mich aber, wenn es klappt, das wird eine super Sache". Sieben bis acht Hebammen sollten mitmachen, um das Geburtshaus zu stemmen, nicht alle in Vollzeit. Rund 100 Geburten im Jahr müssten es sein, um kostendeckend zu arbeiten, so die Hebamme.

Hebammen in Aichach wollen wirtschaftlich arbeiten

Die im Hebammenberuf sehr hohe Versicherungssumme von 9.000 Euro im Jahr glauben die Frauen "gut erwirtschaften zu können". Gedacht sei das Angebot in der Regel für Nicht-Risiko-Schwangere. Im Krisenfall müssten die Mütter nach Friedberg oder Augsburg gebracht werden.

Neue Geburtshilfe mit Eins-zu-eins-Betreuung

Rund 200 Quadratmeter des Kreissaals im Altbau, der neben dem neuen Krankenhaus liegt, sollen nun umgebaut und ansprechender gestaltet werden. Auch Hebamme Larissa Widmann ist optimistisch: „Ich denke, dass die Nachfrage steigen wird“, denn die Hebammen könnten im Geburtshaus eine Eins-zu-eins-Betreuung anbieten, samt Rundum-Paket auch vor und nach Geburt – genau das würden viele Frauen in der konventionellen Krankenhausversorgung vermissen.

Lob und Kritik von der AWO

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) begrüßt die Pläne im Grundsatz. Das hat die Chefin der Aichacher AWO, Kristina Kolb-Djoka, im BR-Gespräch deutlich gemacht. “Es freut mich, dass viele Frauen die Möglichkeit bekommen werden, in Aichach Ihr Kind zur Welt zu bringen”, so Kolb-Djoka.

Zugleich beklagt die AWO-Vorsitzende, dass Chancen vertan worden seien. Der Landkreis hätte laut Kolb-Djoka viel früher mehr Hebammen finden müssen. So hätte aus ihrer Sicht die Geburtenstation am alten Aichacher Krankenhaus erhalten werden können. Sie musste am Ende wegen fehlender Hebammen schließen. Kolb-Djoka rechnet damit, dass es in Zukunft keine Geburtshilfe mit ärztlicher Betreuung am Krankenhaus Aichach mehr geben wird, wenn das von Hebammen geführte Geburtshaus seine Arbeit erst einmal aufgenommen hat.

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