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Import oder Made in Bavaria: Woher kommt unser Essen? | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2019

Bayern produziert doppelt so viel Fleisch und mehr als dreimal so viel Käse, wie die Menschen hier verbrauchen. Und trotzdem importiert der Freistaat beides auch für 1,6 Milliarden Euro jährlich aus dem Ausland.

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Import oder Made in Bavaria: Woher kommt unser Essen?

Bayern produziert jährlich Lebensmittel für 24 Milliarden Euro, importiert aber gleichzeitig Essen im Wert von 9 Milliarden Euro. Grund dafür sind die kulinarische Vielfalt und die Bereicherung des Speiseplans durch die importierten Waren.

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Emmentaler, Bergkäse, Romadur – alles echte bayerische Käseschmankerl. Für die Brotzeit reicht das dem bayerischen Käseliebhaber aber nicht, er will noch Parmesan aus Italien, Gouda aus der Holland und Camembert aus Frankreich. Auf dem bayerischen Obstteller liegen nicht nur Äpfel, sondern auch Bananen. Und zum Frühstück gibt es eben auch hier Kaffee und nicht nur Kräutertee. Alles Importware.

In Bayern werden zwar jedes Jahr Lebensmittel für rund 24 Milliarden Euro produziert, aber es werden trotzdem noch Lebensmittel im Wert von 9 Milliarden Euro aus der ganzen Welt hinzugekauft. Schätzungsweise ist jeder dritte Käse im Kühlregal ein Importprodukt. Und das, obwohl Bayern dreimal so viel Käse produziert, wie die Menschen hier verbrauchen.

Was Bayern nicht produziert

Aber warum ist die bayerische Küche nicht genug? Für den Import gibt es zwei einfache Gründe: Erstens, es werden Waren importiert, die im Freistaat nicht produziert werden oder es nicht gibt. Dazu gehören zum Beispiel Scampi, Kaffee, Hochseefische, Bananen, Avocado und vieles mehr.

Bayern will viel Auswahl beim Essen

Der zweite Grund ist die Vielfalt der Produkte. Bayern will eine breite Auswahl haben, die die bayerische Küche alleine nicht bieten kann. Deshalb wird zusätzlich zur Eigenproduktion importiert.

"Ich denke, dass sehr teurer Käse aus Frankreich, aus Italien zu uns importiert wird, um das Angebot zu bereichern." Dr. Peter Sutor, Leiter Institut für Ernährungswissenschaft, LfL

Bei Geflügel beispielsweise fehlen 20 Prozent für den tatsächlichen Bedarf, bei Eiern sind es sogar 50 Prozent. Bei Gemüse wird 60 Prozent zugekauft, bei Obst muss sogar über 90 Prozent aus dem Ausland importiert werden.

Zwei Drittel Lebensmittel "Made in Bavaria"

Essen die Bayern also vergleichsweise viele Importprodukte? Fakt ist: Ein Drittel der Lebensmittel, die in den bayerischen Kühlschränken liegen, stammen aus dem Ausland. Das ist deutlich mehr, als bei den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten. Rund zwei Drittel sind aber demzufolge wahrlich "Made in Bavaria".