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Impfung kam zu spät: Acht Tote in Miesbacher Pflegeheim

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    Impfung kam zu spät: Acht Tote in Miesbacher Pflegeheim

    Für etliche Bewohner eines Pflegeheims im Landkreis Miesbach kam die Impfung gegen das Coronavirus wohl zu spät. Acht von 41 Infizierten starben dort nun bei einem Corona-Ausbruch - sieben davon waren erst kürzlich geimpft worden.

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    • BR24 Redaktion

    Nach Angaben des Landratsamts Miesbach kam die Impfung gegen das Coronavirus für die Bewohner einer Senioreneinrichtung im Landkreis wohl zu spät. In dem Pflegeheim seien 41 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, wovon 34 geimpft waren. Sieben geimpfte Bewohner und ein weiterer seien inzwischen gestorben, teilte die Kreisbehörde am Dienstag mit. Auch 24 Mitarbeiter seien erkrankt.

    Ansteckung erfolgte wohl vor der Impfung

    Die Behörde erklärt die Erkrankungen trotz der Impfung damit, dass die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome, zwischen zwei Tagen und zwei Wochen liege. "Aufgrund des engen zeitlichen Abstands zwischen Impfung und Ausbruch ist davon auszugehen, dass sich die Geimpften bereits zum Zeitpunkt der Impfung angesteckt hatten", hieß es. Außerdem hätte es den vollen Impfschutz erst nach der zweiten geplanten Impfung gegeben. "Für die Geimpften kam die Impfung also zu spät."

    "Es waren schwerst kranke Menschen"

    Die 8 Todesfälle werden laut dem Landratsamt Miesbach dem Paul Ehrlich-Institut gemeldet. Es habe sich hierbei um schwerst kranke Menschen gehandelt. Die Häufung der Todesfälle habe alle Beteiligten enorm belastet. Von März bis Dezember seien 10 Todesopfer zu beklagen gewesen, fünf davon in Heimen. Nun sind plötzliche 8 verstorben, was dem ganzen Team sehr zugesetzt habe.

    Verschwörungstheorien durch Transparenz Einhalt gebieten

    Die Kreisbehörde will nach eigener Darstellung mit der Information über die Todesfälle möglichen Verschwörungstheorien begegnen. Den Bürgern solle so die Möglichkeit gegeben werden, "sich selbst mit den Informationen auseinanderzusetzen, bevor man sich an wilden Spekulationen beteiligt", betonte das Landratsamt.

    Weitere Einrichtung im Landkreis betroffen

    In einer weiteren Pflegeeinrichtung in dem oberbayerischen Landkreis wurden zehn Bewohner und neun Mitarbeiter positiv getestet. Auch hier erkrankten drei geimpfte Bewohner. "Dass nun ausgerechnet in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gleich zwei Einrichtungen betroffen sind, ist wohl leider ein trauriger Zufall", sagte Behördensprecherin Sophie Stadler.

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