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Impfstart in Oberfranken verzögert sich in acht Landkreisen | BR24

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Hofs Landrat Oliver Bär (CSU) äußert sich zum verzögertem Impfstart.

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Impfstart in Oberfranken verzögert sich in acht Landkreisen

In den Impfzentren in Forchheim,Bayreuth, Coburg, Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Hof und Wunsiedel verzögert sich der Impfstart. Probleme in der Kühlkette sollen der Grund dafür sein. Nur in Bamberg läuft der Betrieb planmäßig.

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Von
  • Ulla Küffner
  • Markus Feulner

In acht oberfränkischen Impfzentren (Forchheim, Bayreuth, Coburg, Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Hof und Wunsiedel) wird derzeit noch nicht geimpft, denn es soll Probleme mit den Temperaturen in den Kühlcontainern gegeben haben, in denen der Impfstoff transportiert wird.

Planmäßig geimpft wird bereits im Landkreis Bamberg.

Kühlkette offenbar nicht eingehalten

Wie es in einer Mitteilung aus dem Bayerischen Landkreistag (Bezirksverband Oberfranken) heißt, habe es bei der Auslieferung der ersten Charge des Impfstoffes für die Impfzentren Coburg, Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Hof und Wunsiedel Probleme bei der Nachvollziehbarkeit der Kühlkette gegeben.

Beim Auslesen der sogenannten Temperaturlogger, die in den zentral beschafften Kühlboxen beigelegt wurden, seien Zweifel an der Einhaltung der Kühlkette für den Impfstoff aufgekommen.

Zu hohe Temperaturen aufgezeichnet

Aus den beiden oberfränkischen Verteilzentren Bayreuth und Bamberg sollte der Impfstoff in Transportboxen bei einer Temperatur zwischen zwei und acht Grad Celsius ausgeliefert werden. Ein "Datenlogger" sollte die konstante Temperatur überwachen.

Die Aufzeichnungen des Gerätes zeigten jedoch auch Temperaturen jenseits der Acht-Grad-Grenze an. Aus Sicherheitsgründen habe man daher in den betroffenen Landkreisen die angesetzten Impfungen vorerst abgesagt, so Landrat Klaus Peter Söllner (FW) am Sonntagvormittag in Kulmbach.

Patientensicherheit hat oberste Priorität

Vorangegangen war ein Krisengespräch aller betroffenen Landräte, Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und dem Gesundheitsministerium. Für sie habe die Sicherheit für die Patienten oberste Priorität.

"Sollte es nur den geringsten Anhaltspunkt geben, dass der Impfstoff nicht zu 100 Prozent den Qualitätskriterien entspricht, wird diese Charge auch nicht verimpft. Die Bevölkerung vertraut darauf, dass sie einwandfreien Impfstoff gegen das Coronavirus erhält und deswegen kann es keine andere Lösung geben." Christian Meißner (CSU), Landrat und Vorsitzender des Bezirksverbandes Oberfranken

Und Oliver Bär (CSU), Landrat des Landkreises Hof, erläutert das gemeinsame Vorgehen: "Wir müssen einen hohen Qualitätsanspruch gerade und insbesondere beim Impfstoff zu 100 Prozent erfüllen. Es geht bei der Impfung gegen das Coronavirus nicht darum, wer am schnellsten die meisten Impfdosen verimpft. Sicherheit und gewissenhafte Arbeit zum Wohle der Bevölkerung hat hier allerhöchste Priorität."

Konferenz mit Biontech geplant

Im Laufe des Tages soll auch der Impfstoffhersteller Biontech in einer weiteren Konferenz miteinbezogen werden. Wann die Impfungen tatsächlich in den sieben Landkreisen beginnen, hängt auch vom Ausgang der Beratungen ab.

Auch der Kulmbacher Landrat betonte, dass man den Bürgerinnen und Bürgern nur 100 Prozent einwandfreien Impfstoff anbieten werde.

300 Impfungen sind in Kulmbach pro Tag möglich

Für den geplanten Impfbeginn am heutigen Sonntag waren 40 Personen über 80 Jahre in das Kulmbacher Impfzentrum eingeladen worden. Sie mussten wieder nach Hause gehen.

Das Landratsamt teilt ihnen nun neue Impftermine zu. Am Sonntagnachmittag nimmt auch die telefonische Hotline zur Impfanmeldung im Landkreis Kulmbach ihren Betrieb auf. Das Impfzentrum in Kulmbach hat eine Kapazität von 300 Personen am Tag.

In Forchheim sind ebenfalls alle Impftermine abgesagt

In Forchheim sind alle Impftermine für den heutigen Tag abgesagt worden, das teilte das Landratsamt Forchheim in einem Schreiben mit. Darin heißt es: "Der Betreiber unseres Impfzentrums (ASB Forchheim und das Ärztenetzwerk UGeF) hat uns mitgeteilt, dass auf Anordnung des Gesundheitsministeriums auch im Landkreis Forchheim aus Vorsichtsmaßnahmen die Impfdosen dieser Charge nicht verwendet werden dürfen." Deswegen seien alle Impfungen für heute (27.12.20) sowohl im Impfzentrum wie auch bei den mobilen Impfteams abgesagt worden. Die nächste Impfstoff-Lieferung werde voraussichtlich am 29.12.2020 im Landkreis Forchheim eintreffen.

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