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Impfstart bei Hausärzten: Reges Interesse, aber wenig Impfstoff | BR24

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Der Allgemeinarzt Andreas Schittko aus Augsburg hat mit dem Impfen begonnen.

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Impfstart bei Hausärzten: Reges Interesse, aber wenig Impfstoff

Auch in Schwaben dürfen die Hausärzte nun Corona-Impfstoffe verimpfen. Doch weil die Vakzine rar sind, wissen die Allgemeinmediziner oft nicht, wie viel sie täglich geliefert bekommen. Zunächst sollen Schwerkranke und alte Menschen geimpft werden.

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Von
  • Thomas Pösl
  • Veronika Scheidl
  • Kilian Geiser

Mittwochmorgen in der Hausarztpraxis von Dr. Andreas Schittko in Augsburg-Inningen: Der Allgemeinmediziner wirft einen Blick in den Praxis-Kühlschrank. Er ist voller Impfdosen, allerdings nicht mit Impfstoff gegen Corona, sondern gegen Masern, Hepatitis oder auch Mumps und Röteln. Und der Corona-Impfstoff? Für heute gab es nur zwei kleine Gläschen mit Astrazeneca-Impfstoff, beliefert wird die Praxis von Schittko von einer benachbarten Apotheke.

Keine Planungssicherheit für Hausärzte

Was in den nächsten Tagen kommen wird, weiß Allgemeinarzt Schittko nicht. Die tägliche Lieferung – sie gleicht einer Wundertüte. Keiner weiß, was drinsteckt. "Wir hätten gerne etwas mehr Planungssicherheit. Aber in der aktuellen Mangelsituation kann man das nicht verlangen und erwarten."

Jakob Berger, Hausarzt aus Herbertshofen im Landkreis Augsburg und schwäbischer Bezirksvorsitzender des Hausärzteverbandes, erklärt, dass wegen der Knappheit des Impfstoffs zunächst nicht alle der gut tausend schwäbischen Hausärzte Corona-Impfstoff bekommen werden. Zunächst sollen laut Berger die Hausärzte die ihnen bekannten Schwerkranken und alten Menschen impfen. Es gebe auch schon Wartelisten in den Praxen.

Ärztlicher Bezirksverband Schwaben begrüßt Rückkehr zur Regelversorgung

Markus Beck, Vorsitzender des Ärztlichen Bezirksverbandes Schwaben, hofft, dass die Praxen die aktuelle Phase nutzen können, um ihre Abläufe flüssig zu gestalten. Für ihn ist der Start der Impfungen durch die Hausärzte auch eine Rückkehr zur Regelversorgung – so wie man sie etwa von der Grippeimpfung kennt. Darin sieht Beck eine Lösung, die sich auch langfristig umsetzen lasse. Man stelle sich etwa darauf ein, dass sich die Praxen künftig um Auffrischungsimpfungen und ähnliches kümmerten, erklärte Beck.

Start mit Astrazeneca-Vakzin aus den Impfzentren

Zunächst wird in den Hausarztpraxen der Impfstoff von Astrazeneca aus den Beständen der Impfzentren verimpft. Künftig werde man über die Apotheken jeweils den Impfstoff beziehen, der gerade lieferbar sei, erklärte Beck. Nach Ostern rechnet er mit Biontech-Dosen. Auf Nachfrage erklärte der Vorsitzende des Ärztlichen Bezirksverbandes, Patienten könnten einen Impfstoff ablehnen, die Hausärzte könnten aber nur den jeweils verfügbaren Impfstoff verimpfen.

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Seit heute dürften bayerische Hausärzte gegen Covid-19 impfen. Der Start hat reibungslos funktioniert, berichtet der Vorsitzenden des bayerischen Hausärzteverbands, Markus Beier, im Rundschau-Interview.

Corona-Impfung auch beim Hausarzt nur mit Termin

Der Ablauf in der Hausarztpraxis von Schittko ist wie im großen Impfzentrum. Dran kommt nur, wer einen Termin bekommen hat. So wie Michael Offenbartel. Er ist am Mittwochmorgen der erste Impfling bei Schittko. Der 60-Jährige freut sich auf seine Impfung: "Ich fühl mich wie ein Glückspilz", sagt Offenbartel. Denn wer sein Leben endlich wiederhaben wolle, für den sei das Impfen alternativlos.

Nach dem Aufklärungsgespräch bekommt Offenbartel den Astrazeneca-Impfstoff in den Oberarm gespritzt - das dauert nur wenige Sekunden. Hinterher muss Offenbartel wie alle anderen Impflinge noch kurz in der Praxis warten - zur Beobachtung, falls es eine unerwünschte Reaktion gibt.

Hausarzt: Patienten freuen sich über Impfangebot

Für Schittko ist die Impfung dagegen nichts Besonderes, sagt er. Impfen, das mache er täglich. Seine Patienten, die sehen das anders, vermutet der Allgemeinmediziner, während er für den nächsten Impfling wieder eine Spritze hochzieht. "Alle, die wir angeschrieben und angerufen haben, waren hoch erfreut und haben gesagt: Endlich geht's los."

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