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Impfpflicht-Debatte: Genug Impfbereitschaft in der Oberpfalz | BR24

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Dass sich zu wenig Pflegekräfte gegen Corona impfen lassen, davon kann offenbar in der Oberpfalz nicht die Rede sein. In manchen Kliniken ist die Impfbereitschaft sogar höher, als Impfstoff zur Verfügung steht. Eine Impfpflicht sieht man skeptisch.

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Impfpflicht-Debatte: Genug Impfbereitschaft in der Oberpfalz

Dass sich zu wenig Pflegekräfte gegen Corona impfen lassen, davon kann offenbar in der Oberpfalz nicht die Rede sein. In manchen Kliniken ist die Impfbereitschaft sogar höher, als Impfstoff zur Verfügung steht. Eine Impfpflicht sieht man skeptisch.

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Von
  • Andreas Wenleder
  • BR24 Redaktion

In der Debatte um eine Impfpflicht für Menschen in Pflegeberufen sprechen Stimmen aus der Oberpfalz von einer ausreichenden Impfbereitschaft in der Berufsgruppe im Regierungsbezirk. Die Gewerkschaft Verdi in der Oberpfalz ruft ihre Mitglieder auf, sich impfen zu lassen, lehnt eine generelle Impfpflicht für den Berufsstand aber ab.

Viel Desinformation zu Corona-Impfung

"Fast alle bei uns aktiven Ehrenamtlichen sind zur Impfung bereit und wollen mit gutem Beispiel vorangehen", sagt Karin Wagner, bei Verdi in der Oberpfalz zuständig für den Bereich Gesundheit. Sie habe bisher kaum von Fällen gehört, die sich nicht impfen lassen wollen. Allerdings betont sie, dass es viel Desinformation in diesem Bereich gebe. "Da reicht es nicht, dass man nur auf die Internetseite des Robert Koch-Instituts verweist. Hier muss proaktiv aufgeklärt werden und so Vertrauen aufbauen", sagt Wagner.

Impfpflicht-Debatte verspielt Vertrauen

Mit einer Debatte über eine Impfpflicht für Pflegende werde dagegen vertrauen verspielt. Viele Pflegekräfte hätten in der derzeitigen Situation bereits den Eindruck, das "Kanonenfutter für die Nation" zu sein, sagt Wagner.

Bereitschaft höher als vorhandene Impfdosen

Auch die großen Regensburger Kliniken können derzeit keine auffällig geringe Bereitschaft zur Impfung bei ihren Mitarbeitern erkennen. Im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg werden Mitarbeitende seit zwei Wochen gegen das Corona-Virus geimpft. Die Impfbereitschaft sei dabei wesentlich höher als die zur Verfügung stehenden Impfdosen, teilt die Klinik mit.

Das Vertrauen in die Impfung sei sogar weiter gestiegen, da im Krankenhaus bisher keine relevanten Nebenwirkungen und Komplikationen aufgetreten seien, teilt der Pflegedirektor vom Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, Ralf Busse, mit und spricht sich gegen eine generelle Impfpflicht aus. "Bei uns im Haus sollte die Impfung auch zukünftig weiterhin freiwillig sein", sagt Busse.

Diskussion um Impfpflicht noch verfrüht

Für den Ärztlichen Direktor des Uniklinikums Regensburg, Professor Dr. Oliver Kölbl, gibt es Argumente, die für eine generelle Impfpflicht, aber auch viele, die gegen eine Impflicht sprechen. Da derzeit ohnehin nicht genügend Impfstoffe zur Verfügung stehen, sei die Diskussion aber noch verfrüht, so Kölbl. Sehr wichtig sei, neutral und basierend auf wissenschaftlichen Fakten über Vorteile und Nachteile einer Impfung aufzuklären.

Dies könne sicher noch forciert werden, sagt der Ärztliche Direktor. "Wir haben versucht, die Mitarbeiter am UKR entsprechend aufzuklären. Die Impfbereitschaft ist an unserem Haus über alle Berufsgruppen bislang sehr gut."

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