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Die Regiomed-Kliniken haben sich für ein missverständliches Schreiben entschuldigt.

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    Impfgegner verbreiten Klinik-Schreiben: Regiomed rudert zurück

    Eigentlich war der Newsletter an die Mitarbeitenden der Regiomed-Kliniken nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Doch die missverständliche Formulierung zur Corona-Impfung machte sich im Internet selbstständig. Nun entschuldigte sich das Krankenhaus.

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    Von
    • Thorsten Gütling
    • BR24 Redaktion

    "Auch eine abgeschlossene Impfung schützt nicht vor der Infektion mit dem Coronavirus": Diese sinngemäße Aussage hat den Klinikkonzern Regiomed kurzzeitig in die Bredouille gebracht. Der unter anderem in Coburg und Lichtenfels tätige Verbund hat sich inzwischen für die missverständliche Formulierung entschuldigt. Im Zuge der Corona-Maßnahmen war das Dokument in den Häusern und im Intranet der Kliniken veröffentlicht worden.

    Regiomed: Unglückliche Aussage zu Corona-Geimpften

    Auf dem Dokument, das dem BR vorliegt, schreiben Geschäftsführer und Hygienemanager zudem, die Behauptung sei "schlicht falsch", dass Geimpfte weniger ansteckend seien. Danach werden auf dem Schreiben mögliche Symptome einer Covid-19-Erkrankung aufgelistet sowie Antworten auf die Frage gegeben, was für Klinik-Mitarbeiter im Falle eines positiven oder negativen Antigen-Schnelltests zu tun ist.

    Die Formulierungen auf dem lediglich für den internen Gebrauch gedachten Dokument seien aber so missverständlich gewesen, dass sie nun in den sozialen Medien von Impfgegnern, Querdenkern und Corona-Leugnern verbreitet würden, heißt es in einer Stellungnahme der Klinik-Leitung, die nun veröffentlicht wurde. Man sehe sich daher gezwungen, die Intention des Dokumentes klar zu stellen. Der Aushang sei "unglücklicherweise" nicht "präzise genug formuliert und geprüft worden", heißt es.

    Klinik wollte Mitarbeitende zur Vorsicht mahnen

    Da die Mitarbeitenden mehrere Newsletter pro Woche zum Umgang mit dem Coronavirus erhielten, habe man sich möglichst knapp fassen wollen, um sicherzustellen, dass die nachfolgenden Informationen auch gelesen würden. Es sei schließlich um den Umgang mit positiven und negativen Schnelltests gegangen und die missverständlichen Zeilen hätten nur als Einführung gedient, so eine Sprecherin von Regiomed auf Nachfrage des BR. Man habe zudem unterschätzt, dass die Formulierung in bestimmten Kreisen falsch verstanden werden könnte oder gar mutwillig falsch verstanden werde.

    Krankenhaus verweist auf hohe Impfquote

    So sei der Eindruck entstanden, dass der Klinik-Konzern den Nutzen von Corona-Impfungen in Frage stelle. Tatsächlich aber sei man von der Schutzwirkung der Impfung überzeugt, wovon auch mehrere interne Impfaktionen zeugten. Die Impfquote unter den Mitarbeitern an den oberfränkischen Standorten Coburg und Lichtenfels sei mit fast 90 Prozent entsprechend hoch.

    Gerade aber wegen dieser hohen Impfquote gelte es zu verhindern, dass die Mitarbeiter unvorsichtig werden. Darum habe das Hygienemanagement der Klinik das Schreiben verfasst. Für die missverständlichen Formulierungen entschuldige man sich. Der Aushang sei entfernt und durch einen neuen ersetzt worden, heißt es.

    Bild: Screenshot eines Schreibens der Regiomed-Kliniken

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    Das Schreiben der Regiomed-Kliniken wurde unter anderem auch auf der Facebookseite "Querdenken 711" geteilt.

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