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Impfung bei Kindern und Jugendlichen

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    Impfen ab 12 Jahren: Hunderte Anfragen im Landkreis Augsburg

    Bloß nicht wieder Homeschooling, sagt Augsburgs Landrat Martin Sailer. Deshalb wirbt der Landkreis nun um impfwillige Kinder ab 12 Jahren. Noch diese Woche sollen mobile Impfteams Schulen ansteuern. Es gibt bereits Hunderte Anfragen.

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    Von
    • Andreas Herz

    Julia Pietsch rückt ihr Headset zurecht und hebt ab. Zusammen mit einer Handvoll Kolleginnen und Kollegen besetzt sie heute die Impf-Hotline des Landratsamts Augsburg. Sie berät, klärt auf und macht Impf-Termine aus. "Also momentan melden sich fast nur noch Jugendliche, beziehungsweise die Eltern der Jugendlichen."

    Mobile Impfteams werden an Schulen geschickt

    Das wird ihren Chef freuen. Denn um ein erneutes Homeschooling im Herbst zu vermeiden, setzt Landrat Martin Sailer auch auf Impfungen für die 12- bis 15-Jährigen. Deshalb will der CSU-Politiker den Jugendlichen den Weg zur Impfung so leicht wie möglich machen.

    "Wir steuern in den nächsten Tagen alle Schulen mit mobilen Impfteams an", sagt Sailer. Mehrmals betont er, dass es sich um ein freiwilliges Angebot handelt. "Wir haben uns dafür entschieden, weil wir innerhalb kürzester Zeit über unsere Hotline mehr als 800 Anfragen und Terminvormerkungen bekommen haben von Kindern und Jugendlichen."

    Die Eltern müssen zustimmen

    Es gibt also Bereitschaft zur Impfung auch in dieser Altersgruppe, so Sailer. Eine Bereitschaft, die zugleich auch bei den Eltern da sein müsse: "Es geht darum, einen Schutzbefohlenen, ein Kind, einen Jugendlichen zu impfen. Das heißt, dass die Aufklärungsarbeit in dem Fall viel, viel umfänglicher ist. Und dafür wird sich auch mehr Zeit genommen werden", schildert Sailer. "Das heißt, sie können den Impfvorgang nur machen, wenn sie auch die Eltern aufklären." Denn nur wenn die ihr Einverständnis geben, können Kinder und Jugendliche geimpft werden.

    Der Landrat fordert von der Staatsregierung, in der jetzigen Phase der Pandemie Kindern und Jugendlichen Vorrang zu geben: Die haben ein Recht darauf, in den Präsenz-Unterricht zu gehen. "Das kann nicht sein, dass unsere einzige Antwort im Herbst wieder ist: 'Wir sperren den Laden zu.'"

    Landrat schreibt Brief an Söder

    Martin Sailer hat deswegen einen eindringlichen Brief an seinen Parteifreund Markus Söder geschickt. Darin fordert er eine Arbeitsgruppe, die bis Ende Juli verbindliche Vorgaben zur Teststrategie, Maskenpflicht und Beförderung der Schüler ausarbeiten soll: "Unsere dringende Bitte ist, dass man die Dinge jetzt wirklich final klärt, ein Gesamtkonzept auf den Tisch legt und uns nicht erst im September wieder mit irgendwelchen Vorschlägen konfrontiert, die wir kaum noch umgesetzt bekommen."

    Angesichts der Impfangebote für Kinder hat Landrat Sailer auch einige böse Zuschriften bekommen. Er betont, dass es nur ein Angebot sei und den Kindern am meisten geholfen wäre, wenn sich alle Erwachsenen impfen lassen würden.

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