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Bildrechte: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Immer mehr Hochschulen impfen ihre Studierenden. Das nächste Semester naht und viele Studierende hoffen darauf, endlich wieder im Hörsaal zu sitzen. Heute plant Bayerns Wissenschaftsminister Sibler eine große Aktion an der LMU München.

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Impfbus an der Uni: Ab sofort werden auch Studierende geimpft

Immer mehr Hochschulen impfen ihre Studierenden. Das nächste Semester naht und viele Studierende hoffen darauf, endlich wieder im Hörsaal zu sitzen. Heute plant Bayerns Wissenschaftsminister Sibler eine große Aktion an der LMU München.

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Von
  • Anna Küch

Je mehr Studierende sich den kleinen Piks geben lassen, desto besser - dafür will Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler jetzt Tempo machen. Und funkt auf allen Kanälen, auch auf Youtube, die Bitte: "Bitte lassen Sie sich impfen."

Drei Tage lang macht der Impfbus Station an der LMU

Ab heute findet an der Ludwig-Maximillians-Universität München eine große Aktion statt. An drei Tagen können sich Studierende in einem Bus impfen lassen, ohne sich vorher kompliziert anzumelden. Die Regeln dafür sind einfach: "Jeder hat in der Regel seinen Studierendenausweis mit dabei oder eben einen anderen Nachweis. Und ehrlich gesagt, wenn jetzt jemand mit dabei ist, der jetzt nicht Student ist, dann werden wir die auch noch gleich mitimpfen. Das Ganze geht auch noch für Studieninteressierte, für künftige Studienanfänger", betont der Wissenschaftsminister. Ob Biontech, Astrazeneca oder Moderna, alle Impfstoffe sind vorhanden und können frei gewählt werden, sagt Bernd Sibler.

Impfangebot bis Mitte August nötig

Der Wissenschaftsminister schätzt, dass von den 400.000 Studentinnen und Studenten in Bayern 250.000 noch nicht geimpft sind, genaue Zahlen gibt es dazu nicht. Das Potenzial ist auf jeden Fall hoch und die Zeit drängt, sagt Studentin Anna Maria Trinkgeld. Sie ist Sprecherin der Landesstudierendenvertretung Bayern und findet, es könnte mehr gemacht werden in Sachen Studierenden-Impfung. Immerhin müsse bis zu einem gewissen Stichtag gewährleistet sein, dass viele Studierende geimpft sind, denn zum Semesterbeginn Anfang oder Mitte Oktober müsse bereits der vollständige Impfschutz schon bestehen.

Ihr Fazit: "Da muss man auch mindestens sechs Wochen vor Beginn auch den Studierenden, die es auch wirklich wollen, ein Impfangebot machen!" Dementsprechend sei ein Impfangebot bis Mitte August nötig.

Studierende brauchen bessere Kommunikation

Bislang gehen die Hochschulen in Bayern sehr unterschiedlich an die Sache heran. Viele Hochschulen setzen auf reine Kampagnen und fordern die Studierenden auf, sich doch bitte im nächsten Impfzentrum immunisieren zu lassen. Das reiche aber nicht aus, sagt Constantin Pittruff, der an der Hochschule München Wirtschaftsingenieurwesen studiert, denn so bliebe mancher Impfaufruf ungelesen. Schließlich checken mache Studierenden derzeit kaum ihre Emails, und Präsenz am Campus gibt es in der vorlesungsfreien Zeit gerade unter Corona-Bedingungen kaum. Es brauche mehr Kommunikation mit den Studierenden: "Da bin ich gespannt, wie das an meiner Hochschule funktioniert."

Regensburg und Würzburg gingen voran

In anderen Bundesländern ist man da weiter. In Rheinland-Pfalz zum Beispiel stellte die Landesregierung 30.000 Dosen mit dem Impfstoff Biontech zu Verfügung, die an sechs Hochschulen verteilt wurden. Solche großen zusammenhängenden Aktionen gibt es in Bayern bislang noch nicht. Immerhin: An der Uni Regensburg standen Anfang Juli schon 2.400 Impfdosen für die Studierenden zur Verfügung. Im Impfbus konnte sich jeder impfen lassen, der wollte. Anfang August geht die Aktion weiter. Auch an der Uni Würzburg können sich die Studierenden unkompliziert für eine Impfung anmelden. Die TU München plant für Mitte und Ende Juli mehrere große Aktionen.

Sibler: Studierende werden Nachweise mitführen müssen

Und wie geht es im Wintersemester weiter? Dürfen dann nur noch geimpfte Studierende an Präsenzveranstaltungen teilnehmen? So weit will Wissenschaftsminister Sibler nicht gehen, schließlich gebe es keine Impfpflicht: "Es ist vollkommen klar, es ist ein freiwilliges Impfangebot. Aber wir werden natürlich dann im Wintersemester auch schauen müssen: genesen, getestet, geimpft - da wird man schon einen Nachweis mitführen müssen."

Wie die einzelnen Hochschulen das kontrollieren, ist allerdings noch nicht klar. Die meisten Studierenden freuen sich einfach nur darauf, nach drei digitalen Semestern endlich wieder in Uni zurückzukehren.

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