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Obwohl mittlerweile vielerorts genügend Impfstoff vorhanden ist, lassen sich immer weniger Menschen gegen Corona impfen. Auch das Impfzentrum in Erlangen könnte täglich viel mehr Dosen verimpfen und appelliert an die Bürgerinnen und Bürger.

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Impf-Müdigkeit: Impftermine werden weniger nachgefragt

Im Impfzentrum für Stadt und Landkreis Erlangen gibt es auch kurzfristig Termine für eine Corona Schutzimpfung. Aber immer weniger Menschen melden sich an. Was kann dagegen getan werden? Im Moment laufen Beratungen über Impfkampagnen und Anreize.

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Von
  • Constanze Schulze

Viele Stühle im Wartebereich des Erlanger Impfzentrums bleiben auch an diesem Tag leer. Dr. Carina Knobloch, die stellvertretende ärztliche Leiterin des Impfzentrums beobachtet das immer öfter. "Also wir sehen durchaus, dass die Termine, die freigeschaltet werden langsamer und weniger gebucht werden, als das bisher der Fall war. Und ja, die Nachfrage sinkt." Täglich könnten im Erlanger Impfzentrum bis zu 1200 Personen die Spritze bekommen. Wer sich aktuell hier anmeldet, kann teilweise noch am selben Tag die Impfung erhalten.

Die ärztliche Leitung appelliert an die Bevölkerung

Die Impfung ist entscheidend, um sich vor einem schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion zu schützen, betonen die Ärzte im Impfzentrum immer wieder. Aber sie wissen nicht, wie sie die Menschen noch besser darüber aufklären und informieren können.

Im Moment stehe die Impfkampagne an einem Wendepunkt, sagt Dr. Hans-Joachim Drossel, der ärztliche Leiter des Impfzentrums. Er würde sich wünschen, dass weiterhin viele Menschen das Impfangebot wahrnehmen. "Wir haben insgesamt 60 Prozent der Bevölkerung hier erstgeimpft, 47 Prozent sind zweitgeimpft. Jetzt mit der Delta Welle ist es wichtig, dass die Leute, die bisher gezögert haben sich jetzt registrieren und möglichst schnell impfen lassen."

Anreize schaffen, um Impfbereitschaft zu erhöhen

Bislang sei das Problem gewesen, dass der Impfstoff gefehlt hat. Diese Zeiten seien vorbei. Jetzt ist Impfstoff vorhanden, aber es fehlen die Menschen, die die Spritze haben wollen, berichtet Dr. Drossel. Deshalb werde das Impfzentrum in dieser und in der kommenden Woche auch an einigen Tagen schließen. "Wir werden die Schichten, also entweder vormittags oder nachmittags, wo keine Buchungen eingehen, dann in letzter Konsequenz auch schließen." Er hoffe aber, dass sich bald wieder mehr Menschen anmelden.

Die Frage bleibt: Wie können die Menschen erreicht werden, die sich bislang nicht für die Impfung entschieden haben? Welche Anreize müssten geschaffen werden? Der Erlanger Virologe Klaus Überla ist Mitglied der Ständigen Impfkommission und fordert mehr Impf-Angebote. "Ich glaube, wir müssen in die Betriebe rein, das wird ja teilweise auch schon gemacht. Dort Impfangebote unterbreiten. Man kann aber auch überlegen, ob man in einem Setting von Einkaufszentren oder in den Innenstädten Impfmöglichkeiten bietet."

Impfen und Feiern: Impfangebot bei Open-Air-Konzert

Auch in Erlangen wird darüber diskutiert, wo zusätzliche Impfangebote geschaffen werden können, berichtet Dr. Drossel. Wir haben am 6. August hier im Jugendzentrum E-Werk eine Musikveranstaltung. Kann sein, dass wir da auch mit einem Impf-Team vor Ort sind. "Impfen beim Feiern, das könne ein Anreiz sein", findet Dr. Drossel. Auf jeden Fall müssten solche Aktionen ausprobiert werden. Denn das Wichtigste sei jetzt, dass sich auch weiterhin viele Menschen die Spritze geben lassen.

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