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Münchner Immobilienblase – existiert sie wirklich? | BR24

© CHROMORANGE / Antonio Gravante

Wer im Großraum München eine Wohnung kaufen will, muss gut betucht sein

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    Münchner Immobilienblase – existiert sie wirklich?

    Wer im Großraum München eine Wohnung kaufen will, muss gut betucht sein. Laut einer Studie der Schweizer Großbank UBS ist das Risiko einer Immobilienblase in München weltweit am höchsten. Doch Münchner Experten sehen die Lage entspannter.

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    Seit Jahren kennen die Münchner Immobilienpreise nur eine Richtung - nach oben. Das muss nicht so bleiben, sagt nun eine Studie der Schweizer Großbank UBS. In ihrem jährlichen Bubble-Index stellt die Bank fest, dass das Risiko einer Immobilienblase weltweit in München am größten sei. Doch das sehen nicht alle Experten so. Einer davon ist Prof. Dr. Andreas Peichl, er leitet am Münchner Institut für Wirtschaftsforschung das Zentrum für Makroökonomik und Befragungen.

    Münchner Immobilienmarkt holt im weltweiten Vergleich auf

    Peichl sieht im starken Preisanstieg auf dem Immobilienmarkt der letzten Jahre im internationalen Vergleich eher ein Aufholen. Man sei hier immer noch nicht auf dem Niveau von Spitzenstädten. Weltweit und auch in Europa - gebe es viele Städte die teurer sind als München. Insofern sehe er keine akute Blasengefahr.

    Häuser- und Wohnungsmarkt in München auf hohem Niveau

    Der Preisanstieg auf dem Münchner Wohnungsmarkt ist laut Peichl eine direkte Folge des immer noch sehr starken Zuzugs in die Landeshauptstadt. Damit übersteigt die Nachfrage das Angebot an Wohnraum. Dazu kommen die historisch niedrigen Zinsen, die sich auch in den nächsten Jahren nicht verteuern werden, so Peichl.

    Diese Mischung ergebe eine sichere Anlagemöglichkeit in ansonsten unsicheren Zeiten und das befeuere die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Häusern in München.

    Lösung für Wohnungsnot: Bauen, bauen und nochmals bauen

    Ähnlich sieht das Professor Stephan Kippes vom Immobilienverband Deutschland. Laut Kippes ist das Bauen neuer Wohnungen das einzige, was zu einer Stabilisierung der Immobilienpreise führen würde. Hier seien auch Unternehmen gefragt, so Kippes: "Noch vor 100 Jahren hatten große Firmen für ihre Mitarbeiter Werkswohnungen. Ich fand das absolut sinnvoll, vor 20 Jahren hat man die unter Absingen von Shareholder Value Hymnen fröhlich verkauft. Das war gut für den Aktienkurs. Jetzt soll Stadt und Freistaat Wohnungen bauen. Das passt nicht zusammen."

    Zudem brauche es eine starke Förderung strukturschwacher Gebiete, fordert Kippes vom IVD. Während sich in München die Menschen fast schon auf die Füße stiegen, müsse so mancher Dorf-Bürgermeister um jeden einzelnen Bewohner kämpfen.

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