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Immer weniger Schüler in Bayern besuchen Religionsunterricht | BR24

© dpa-Bildfunk/Friso Gentsch

Immer weniger Schüler in Bayern besuchen den Religionsunterricht

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Immer weniger Schüler in Bayern besuchen Religionsunterricht

Seit Jahren kämpfen die großen Kirchen in Bayern mit einem wachsenden Vertrauensverlust und Mitgliederschwund. Das hat auch Folgen für die Schulen: Immer weniger Schüler nehmen am Religionsunterricht teil.

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Die Kirchen sind in der Krise, auch an Bayerns Schulen. Laut aktuellen Zahlen des bayerischen Kultusministeriums besuchen immer weniger Schüler den Religionsunterricht. So waren es im gerade abgelaufenen Schuljahr nur noch 75 Prozent der 1,25 Millionen Schüler. Das sind elf Prozentpunkte weniger als noch vor zehn Jahren. Damals, im Schuljahr 2008/2009, lag der Anteil noch bei 86 Prozent. Auch die Zahl der Religionslehrer sank im gleichen Zeitraum von 20.700 auf 18.700.

Deutlich weniger Katholiken

Im Schuljahr 2008/2009 waren nach Angaben des Kultusministeriums noch rund 843.000 Schüler an allgemeinbildenden Schulen katholisch, 333.000 evangelisch, 87.000 waren Muslime und 16.000 orthodox. Rund 122.000 der insgesamt 1,42 Millionen Schüler gehörten damals keiner Religionsgemeinschaft an.

2018/2019 gab es insgesamt etwas weniger Schüler in Bayern - und davon waren nur noch rund 621.000 katholisch und 258.000 evangelisch. Zuwachs gab es bei den Muslimen (119.000) und den Orthodoxen (36.000). 188.000 der insgesamt 1,25 Millionen Schüler gehörten keiner Religion an - dennoch nahmen 60.000 von ihnen an einem Religionsunterricht teil, wie das Kultusministerium mitteilte.

"Neutraler" Islamunterricht an Bayerns Schulen

Rund 16.000 Schüler nahmen im vergangenen Schuljahr am Islamunterricht teil, der allerdings in Bayern - anders als der katholische und evangelische - kein konfessioneller Religionsunterricht im Sinne von Artikel 7 des Grundgesetzes ist. Er sei eine "weltanschaulich-religiös neutrale Islamkunde kombiniert mit Werteerziehung", wie eine Sprecherin des Kultusministeriums der Deutschen Presse-Agentur erläuterte.

Bayern bei Kirchenaustritten Spitze

Grund für die sinkenden Zahlen beim Religionsunterricht dürften vor allem die anhaltenden Kirchenaustritte sein. Besonders die katholische Kirche kämpft unter anderem wegen der Missbrauchsskandale mit einem enormen Mitgliederschwund, aber auch der evangelischen Kirche in Bayern kehren viele Menschen den Rücken.

Mehr als 64.000 Katholiken in Bayern traten allein im vergangenen Jahr aus der Kirche aus, wie aus Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hervorgeht. Die Zahl der Kirchenaustritte im bevölkerungsreichen Freistaat war damit 2018 die höchste aller Bundesländer - und lag noch deutlich über den Austritten im Jahr 2017. Aus der evangelischen Kirche traten im vergangenen Jahr nach Angaben der Landeskirche knapp 28.000 Menschen in Bayern aus.