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Immer weniger Mauersegler in Bayern | BR24

© dpa

Mauersegler

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    Immer weniger Mauersegler in Bayern

    Vogelschützer haben dieses Jahr so wenig Mauersegler gezählt wie schon seit zwölf Jahren nicht mehr. Experten des Landesbund für Vogelschutz machen dafür das Pflanzenschutzmittel Glyphosat und Gebäudesanierungen verantwortlich.

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    Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hatte zu einer bayernweiten Zählaktion aufgerufen. In einer Zwischenbilanz haben die Vogelschützer nun einen neuen "Minusrekord" ausgemacht. 20 Prozent weniger Mauersegler als noch im Jahr zuvor seien gezählt worden. Das sei der höchste Rückgang im Vergleich aller Vogelarten.

    "Agrargifte wie Glyphosat rauben gerade Insektenfressern wie dem Mauersegler die Nahrungsgrundlage. So konnte er sich nie mehr vom nassen Sommer 2013 erholen. Außerdem litt der Nachwuchs im Vorjahr unter der großen Hitze." Alf Pille, LBV-Agrarbiologe

    Als Gebäudebrüter, der auf Nischen an Häusern angewiesen ist, verliere der Mauersegler darüber hinaus durch energetische Sanierungsmaßnahmen immer mehr Nistmöglichkeiten. Und das obwohl die Nester dieser Zugvögel gesetzlich geschützt sind.

    Auch Mehlschwaben gefährdet

    Ein ähnlicher Negativtrend sei auch bei der Mehlschwalbe zu erkennen, einem anderen reinen Insektenfresser und Langstreckenzieher, so der LBV. Mit einer Abnahme von zehn Prozent zum Vorjahr schaffe sie es zum ersten Mal nicht einmal mehr unter die Top 10 der Gartenvögel in Bayern.

    "Nur an ungefähr vier Prozent der bayerischen Häuser finden sich derzeit noch Schwalbennester, obwohl auch sie gesetzlich geschützt sind." Alf Pille, LBV-Agrarbiologe