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Immer weniger Bäckereien und Metzgereien in Bayern | BR24

© Frank Jordan / BR

In Bayern gibt es heuer ein Viertel weniger Fleischereien und Bäckereien als noch vor zehn Jahren.

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    Immer weniger Bäckereien und Metzgereien in Bayern

    Frisches Brot und frische Wurst sind immer schwieriger zu kriegen: In Bayern gibt es heuer ein Viertel weniger Fleischereien und Bäckereien als noch vor zehn Jahren. Schuld daran ist häufig nicht die fehlende Nachfrage.

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    In Bayern gibt es heuer ein Viertel weniger Fleischereien und Bäckereien als noch vor zehn Jahren. Waren 2008 im Freistaat noch rund 8.000 Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 5.800. Bundesweit hat seit 2008 sogar jeder dritte selbstständige Bäcker und Fleischer aufgegeben.

    Konkurrenz durch Discounter

    Im schwäbischen Dorf Wittislingen zum Beispiel hat vor gut zwei Jahren die letzte von vier Metzgereien dicht gemacht. Für frische Wurst und frisches Fleisch müssen die Kunden jetzt mindestens acht Kilometer weit nach Lauingen oder Dillingen fahren.

    Den traditionellen Handwerksbetrieben macht zum einen die Konkurrenz der Discounter, Supermärkte und Ketten zu schaffen. "An Weihnachten und an Ostern gehen viele zum Metzger", sagte der Geschäftsführer des bayerischen Fleischerverbands, Lars Bubnick. Aber im Alltag werde gespart.

    "Die Leute kaufen sich eine Grillstation für 3.000 Euro und legen dann ein Nackensteak für 99 Cent drauf." Lars Bubnick, Geschäftsführer des bayerischen Fleischerverbands

    Der zweite Grund ist der fehlende Nachwuchs, vom Verkäufer bis zum Betriebsleiter. Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. Das musste zum Beispiel die Metzgerei Wirrer im niederbayerischen Deggendorf erleben. Sie musste 2018 schließen - nicht aufgrund des schlechten Geschäfts, sondern weil sie kein Personal finden konnte.

    Familienbetrieb nicht mehr selbstverständlich

    "Es fehlt an allen Ecken und Enden an Nachwuchs", sagte Bubnick. Dass Betriebe innerhalb der Familie weitergeführt werden, sei heute nicht mehr selbstverständlich, sagte Herbert Dohrmann, Präsident des Deutschen Fleischerverbandes und Sprecher der Fachverbände des Lebensmittelhandwerks.

    "Den elterlichen Betrieb übernimmt nur noch, wer dies wirklich will." Herbert Dohrmann, Präsident des Deutschen Fleischerverbandes

    Andere Betriebe werden zu Filialen größerer Konkurrenten oder von Ketten.