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Immer mehr Unverpackt-Läden auf dem Land | BR24

© BR/Carolin Hasenauer

Unverpackt-Läden: In Städten wie Würzburg längst normal. Doch immer mehr dieser Läden gründen sich jetzt auch auf dem Land. So etwa in Frammersbach: Die 29-jährige Julia Mill trifft hier für ihren eigenen Unverpackt-Laden die letzten Vorbereitungen.

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Immer mehr Unverpackt-Läden auf dem Land

Unverpackt-Läden: In Städten wie Würzburg längst normal. Doch immer mehr dieser Läden gründen sich jetzt auch auf dem Land. So etwa in Frammersbach: Die 29-jährige Julia Mill trifft hier für ihren eigenen Unverpackt-Laden die letzten Vorbereitungen.

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Kurz vor 11 Uhr. Gerade kommt noch eine Lieferung an. Dinkelkörner, Kichererbsen und Weizenmehl aus Marktheidenfeld. Julia Mill muss sich beeilen: In einer halben Stunde kommt ihre Tochter aus der Schule. "Das ist jetzt eine meine letzten Lieferungen gewesen. Fühlt sich gut an!" Am Freitag eröffnet sie ihren eigenen Unverpackt-Laden – in Frammersbach, einem Ort mit nur knapp 5.000 Einwohnern.

Mutter, Erzieherin, Unternehmerin

Vor etwa einem Jahr hatte die gelernte Erzieherin die Idee: Nachhaltig, unverpackt und aus der Region sollen die Produkte sein, die die Frammersbacher bei ihr kaufen können. Sie erstellte ein Konzept, besuchte Seminare, machte ein Praktikum in einem Unverpackt-Laden in Köln. Ihre Stelle als Erzieherin hat sie gekündigt. "Ich habe jetzt im Kindergarten mit der Zukunft von morgen gearbeitet. Aber in gewisser Weise arbeite ich hier immer noch an der Zukunft von morgen", sagt Julia, Mutter von drei Kindern und jetzt auch Unternehmerin. Was die 29-Jährige antreibt? "Es macht einfach Sinn unsere schöne Welt für unsere Kinder zu erhalten."

Weniger Müll produzieren

Privat haben Julia und ihr Mann Christoph immer mehr darauf geachtet, weniger Müll zu produzieren. Obst, Gemüse, aber auch Zahnbürsten und Shampoo wurden plastikfrei oder unverpackt gekauft. Trotzdem: Bei Lebensmittel sind sie oft an ihre Grenzen gestoßen. "Und der nächste Unverpackt-Laden war einfach zu weit weg, als dass es ökologisch sinnvoll gewesen wäre, dorthin zu fahren", erzählt sie. Der Frust sei dann zu groß gewesen, um darauf zu warten, dass jemand anders tätig wird. "Ich mach das jetzt und mach das mit Herzblut. Und ich hoffe, dass ich möglichst viele andere Leute damit anstecken kann!"

Trend auf dem Land

Und da ist Julia nicht die einzige. Auf dem Land eröffnen immer mehr Unverpackt-Läden, bestätigt Gregor Witt, Vorsitzender des Unverpackt-Verbands Deutschland. Grund hierfür sei, dass die Ballungsgebiete schon durchsetzt seien von solchen Läden und es dort langsam eng werde: "Deshalb kommen die Läden jetzt auch aufs Land. Tatsächlich auf in Kleinststädte von 5.000 bis 10.000 Einwohnern." Im Verband sind derzeit 190 Unverpackt-Läden organisiert. 191 sind in Planung. Wie viele davon in Städten eröffnen und wie viele auf dem Land, ist vom Verband nicht näher kategorisiert. Ein Trend aufs Land zeichne sich aber klar ab, so Witt.

Eigentlich wie früher

Julia ist gespannt, wie das hippe Konzept aus den Großstädten bei den Frammersbachern ankommt. Auf einen Unterstützer jedenfalls kann die 29-Jährige schon zählen: Werner Friedel packt mit an, wo er kann, seit er von der Idee gehört hat. Er ist in der Straße aufgewachsen, wo jetzt der Unverpackt-Laden eröffnet. "Für meine Mutter beispielsweise bedeutet das jetzt: kurze Wege zum Einkaufen", sagt Friedel. Also eigentlich wie früher, als der Verkaufsraum einer Bäckerei gehörte: "Wir waren das früher gewohnt. Und wenn das jetzt wiederkommt, sind wir natürlich froh. Sowas braucht ein Dorf!"

© BR/ Carolin Hasenauer

Unverpackt-Läden: In Städten wie Würzburg längst normal. Doch immer mehr dieser Läden gründen sich jetzt auch auf dem Land. So etwa in Frammersbach: Die 29-jährige Julia Mill trifft hier für ihren eigenen Unverpackt-Laden die letzten Vorbereitungen.

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