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Immer mehr Ermittlungen gegen Pfarrer | BR24

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Kirchenasyl

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    Immer mehr Ermittlungen gegen Pfarrer

    Für manche Asylbewerber sind Kirchen oft die letzte Chance, um einer Abschiebung zu entgehen. Bislang wurde dieser Schutzraum im Rechtsstaat weitgehend akzeptiert. Nun aber scheint sich das Blatt zu wenden.

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    Immer mehr Pfarrer in Bayern landen im Visier der Staatsanwaltschaften, weil sie in ihrer Gemeinde Kirchenasyl gewähren. "Uns sind drei relativ neue Fälle bekannt", sagte Harry Luck, Sprecher des Erzbistums Bamberg. Die Geistlichen der betroffenen Kirchgemeinden hätten Vorladungen zur Vernehmung erhalten, sagte Luck weiter.

    Viele Ermittlungsverfahren

    Die Schweinfurter Staatsanwaltschaft erklärte, dass sie die Ermittlungen wegen Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt in zwei weiteren Fällen aufgenommen hat. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth sprach von etwa zwölf Fällen seit Jahresbeginn.

    Aber keine Strafe

    Das Thema hatte zuletzt hohe Wellen geschlagen, weil gegen eine evangelische Pfarrerin aus dem unterfränkischen Haßfurt wegen Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt ermittelt wurde. Pfarrerin Doris Otminghaus gewährte afghanischen Asylbewerbern Schutz in ihrer Kirche. Ihnen drohte die Abschiebung in ihre Heimat. Die Bamberger Staatsanwaltschaft bestätigte diese Ermittlungen. "Die Ermittlungen dauern an und der Verfahrensausgang ist offen", sagte ein Sprecher dazu.

    In der jüngeren Vergangenheit sei ein ähnlicher Fall der Bamberger Staatsanwaltschaft allerdings wegen geringer Schuld eingestellt worden. Drei aus gleichem Grund eingestellte Fälle bestätigte auch die Staatsanwaltschaft in Coburg.

    In der evangelischen Kirche in Bayern werden derzeit fast 60 Kirchenasyle gewährt. Genaue Zahlen von der katholischen Kirche in Bayern gibt es nicht. Deutschlandweit sind der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl (BAG Asyl) rund 300 Fälle von Kirchenasyl für insgesamt etwa 530 Menschen bekannt.