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Immer mehr Corona-Fälle in Augsburg und die Folgen | BR24

© picture alliance/Vaclav Pancer

Eine Frau mit Maske.

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Immer mehr Corona-Fälle in Augsburg und die Folgen

Im Stadtgebiet von Augsburg steigt die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen weiter an. Nicht nur an der Uniklinik werden strengere Regeln eingeführt. In der ganzen Stadt werden Folgen dieses rasanten Anstiegs spürbar.

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Seit Mittwoch leuchtet die bayerische Corona-Ampel in Augsburg dunkelrot. Als eine von zunächst acht Regionen in Bayern liegt Schwabens Hauptstadt über der neu definierten 100er-Schwelle. Anlässlich der hohen Infektionszahlen in der Stadt hat sich Oberbürgermeisterin Eva Weber in einer Videobotschaft an die Bürger gewandt und dringend angemahnt, die geltenden Corona-Regeln einzuhalten.

Das Gesundheitsamt in Augsburg hat aktuell 1.790 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Stand heute gelten 1.258 Personen als genesen, 515 sind aktuell infiziert, 17 Infizierte sind gestorben. Aufgrund der Neuinfektionen wurden Quarantänemaßnahmen für sechs Schulklassen und eine Kindertageseinrichtung angeordnet.

Uniklinikum bereitet sich vor

Das Augsburger Uniklinikum rechnet bald mit deutlich mehr Corona-Patienten. Man gehe davon aus, dass die Zahl der an Covid-19 erkrankten Patienten in den nächsten Tagen und Wochen rasant steigen werde, so der ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende Michael Beyer. Von Freitagmittag an schränkt das Klinikum die Besuchsmöglichkeiten wieder deutlich ein.

Covid-Intensivstation aktiviert

Bis Mittwochmittag (21.10.) befanden sich nach Auskunft der Klinikleitung 33 Covid-Patienten und vier Verdachtsfälle zur Abklärung auf der Normalstation. Zehn Covid-Patienten seien auf der Intensivstation, davon würden sieben beatmet. Es sei eine weitere Covid-Intensivstation aktiviert worden. Im ganze Haus seien umfangreiche Umstrukturierungen vorgenommen worden, um schnell und sicher auf das Covid-Geschehen reagieren zu können.

Termine für geplante Operationen noch nicht gefährdet

Aber auch die Versorgung von Notfallpatienten sei zu jedem Zeitpunkt gewährleistet. Ebenso werde die ambulante Versorgung von dringlichen Fällen aufrechterhalten. Noch würden geplante Eingriffe nicht abgesagt. Wie lange das so bleibe, könne man aber angesichts der dramatischen Steigerungsraten bei den Neuinfektionen nicht sagen.

Starke Einschränkungen bei Besuchern

Um Patienten, Mitarbeiter und Angehörige zu schützen, sind Besucher ab Freitag (23.10.) nur noch in begründeten Ausnahmefällen erlaubt. Die Ausnahmen beziehen sich unter anderem auf die Kinderklinik und Geburtshilfe, die Palliativstation sowie den Besuch von im Sterben liegenden Patienten. Erlaubt ist auch dort jeweils nur ein Besucher für eine Stunde täglich. "Uns tut das sehr leid. Es ist uns allen bewusst, wie wichtig Besuche von Angehörigen für Patienten sind. Aber die Dynamik bei den Neuinfektionen und den Covid-Patienten-Zahlen lässt uns leider keine andere Wahl", so Klinikchef Beyer. Das Klinikum stellt den Patienten für die Zeit der Einschränkungen kostenlos WLAN und Telefon zur Verfügung.

Gesundheitsmesse Intersana in Augsburg abgesagt

Die für das kommende Wochenende in Augsburg geplante Messe Intersana ist abgesagt. Die Veranstalter der Internationalen Gesundheitsmesse haben sich eigenen Angaben zufolge gegen eine Messe unter strengem Hygienekonzept entschieden, um die Gesundheit der Besucher und Aussteller nicht zu gefährden. Die Messe lebe von Begegnung, Dialog, Mitmachen und zwischenmenschlichem Austausch, heißt es. Die Intersana ist eine der größten Gesundheitsmessen in Deutschland. Die nächste Intersana ist vom 19. bis 21.11.2021 geplant.

Fachmesse GrindTec soll noch stattfinden

Dagegen soll die Schleiftechnikmesse GrindTec, zu der Aussteller und Besucher aus der ganzen Welt kommen wollen, bislang noch stattfinden. Die Messe war ursprünglich für März geplant, war dann aber kurzfristig wegen Corona abgesagt worden und soll jetzt am 10. November starten. Erst am Mittwoch hatte die Messeleitung ihr Konzept vorgestellt. 500 Aussteller haben sich angemeldet, die Messeleitung hat ein ausgefeiltes Hygienekonzept erarbeitet.

Die Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) unterstützt dies: Denn die Messe Augsburg sei ein starker und breit wirkender Wirtschaftsfaktor für den Raum Augsburg. Neben den Umsätzen der Veranstalter und der derzeit stark leidenden Messebauer profitieren laut IHK hauptsächlich Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister wie Taxiunternehmen

© BR

In einem offenen Brief beklagt der Augsburger Kinderschutzbund Missstände und Versäumnisse der Corona-Politik und die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche.

Offener Brief des Augsburger Kinderschutzbunds

Der Augsburger Kinderschutzbund kritisiert in einem offenen Brief die unzureichende Ausstattung der Schulen für den digitalen Unterricht. Das habe fatale Folgen für die Bildungsgerechtigkeit und treffe vor allem Alleinerziehende. Bildungseinrichtungen seien systemrelevant, das Homeschooling der letzten Monate für die Kinder belastend gewesen. Schul- und Kitaschließungen sollten deshalb "ultima ratio" sein.

Der zweite Kritikpunkt des Kinderschutzbundes gilt der Maskenpflicht. Das Maskentragen erschwere die Verständigung über die Mimik, die vor allem bei kleinen Kindern vorrangig sei und sei auch für Schulkinder eine Belastung, heißt es in dem Schreiben: "Kinder brauchen Kinder, brauchen Spiel, brauchen Unbeschwertheit. Kinder haben Recht auf Bildung und Förderung, auf Schutz und Geborgenheit. Es geht dabei nicht nur um die Frage, wie Unterrichtsstoff an sie herangetragen wird." Die Verfasser geben zu bedenken, dass Kinder offenbar keine Infektionstreiber seien und sich zunehmend auch die Eltern zu Wort meldeten, ohne in Verdacht geraten zu wollen, grundsätzlich gegen die Maßnahmen zu sein.

Personal in Quarantäne: Augsburger Spickelbad muss schließen

Aufgrund von "Corona-bedingt erforderlichen Maßnahmen " müssen die Mitarbeiter des Spickelbades in Quarantäne . Das Bad schließt. Ob einer der Mitarbeiter selbst infiziert ist, oder die Maßnahme auf die Infektion eines Besuchers zurückzuführen ist, wurde nicht genannt. Die von der Schließung betroffenen Nutzer (Schulen, Vereine und sonstige Nutzer) seien darüber informiert worden. Die zuständigen Gesundheitsbehörden würden routinemäßig alle Kontaktpersonen ermitteln und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.

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