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Immer mehr Attacken auf Kirchen und Glaubenssymbole | BR24

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Die Deutsche Bischofskonferenz beobachtet derzeit eine Zunahme von Vandalismus an und in Kirchengebäuden und kirchlichen Stätten - sowohl in der Häufigkeit als auch im Ausmaß der Taten.

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Immer mehr Attacken auf Kirchen und Glaubenssymbole

Die Deutsche Bischofskonferenz beobachtet eine Zunahme von Vandalismus in Kirchen und kirchlichen Stätten. Gestiegen ist nicht nur die Zahl der Delikte, sondern auch das Ausmaß der Taten. Als Motiv sieht die Polizei in vielen Fällen Geltungsdrang.

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Der Waldmünchner Stadtpfarrer Häupl kann es immer noch nicht fassen: Die Mariengrotte im Pfarrgarten, vor 40 Jahren vom damaligen Mesner in mühevoller Arbeit selbst gebaut, wurde in der Silvesternacht zerstört: Mithilfe eines illegalen Riesenböllers, der offenbar gezielt in die Grotte geworfen wurde.

"Ich war natürlich sehr entsetzt darüber, dass man einfach so einen Knallkörper da einwirft und dass dann eine Heiligenfigur, die den Menschen, die da vorbeigegangen sind, hier viel bedeutet hat, die sind oft stehen geblieben und haben sie betrachtet, dass man sie so einfach zerstört." Pfarrer Wolfgang Häupl

Die Fälle von Vandalismus seien seit 2010 massiv angestiegen, so der für Kunst und Kultur zuständige Referent der Deutschen Bischofskonferenz, Jakob Johannes Koch. Auch die Brutalität der Übergriffe habe zugenommen. So ist etwa die Polizei in Mittelfranken derzeit einem mutmaßlichen Serientäter auf der Spur, der mit massiver Gewalt Feldkreuze zerstört.

Geltungsdrang ein wichtiges Motiv für Vandalismus

Die Motivlage der Täter sei unterschiedlich, sagt die Polizei. Die Beamten gehen davon aus, dass häufig Geltungsdrang eine große Rolle spielt. Etwa, wenn Kleingruppen unterwegs sind und einer vor den anderen etwas darstellen möchte.

"Nur in Einzelfällen gehen wir davon aus, dass ein Täter wirklich aus Hass gegen den Glauben oder gegen die Kirche gehandelt hat." Stefan Bauer, Polizei Mittelfranken

Die Waldmünchner hatten Glück im Unglück. Die Nonnen des nahegelegenen Klosters Strahlfeld stifteten eine neue Marienstatue. Die steht momentan noch in der Stadtpfarrkirche - coronabedingt muss der Wiederaufbau der Grotte noch warten.