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Immenstadt: Wissenschaft sucht Antworten nach Tod von Pflegerin | BR24

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Wissenschaftler versuchen zu klären, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Corona-Impfungen und Hirnthrombosen gibt

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    Immenstadt: Wissenschaft sucht Antworten nach Tod von Pflegerin

    Nach einer Corona-Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca ist im Allgäu eine Frau an einer Hirnthrombose gestorben. Ein Zusammenhang mit dem Impfstoff scheint in seltenen Fällen möglich. Belastbare Aussagen könnte es aber erst in einigen Wochen geben.

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    Von
    • Kilian Geiser

    Die gegen das Coronavirus geimpfte Frau starb nach Angaben des Landkreises Oberallgäu und des Klinikverbunds Kempten am vergangenen Sonntag auf der Intensivstation des Klinikums Kempten. Ihre erste Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca hatte sie nach Angaben der Klinik Immenstadt Anfang März erhalten.

    Zwei Wochen später sei sie dann mit Kopfschmerzen in die Klinik Immenstadt gekommen und schließlich mit einer Venenthrombose und einem Hirnödem auf die Intensivstation im Klinikum Kempten verlegt worden.

    Die 55 Jahre alte Frau hatte in der Klinik Immenstadt als Krankenpflegerin gearbeitet. Diese hält an ihrer Impfstrategie fest, muss nach dem Tod der Frau aber auch mit großer Skepsis bei ihren Mitarbeitern umgehen.

    Impfstoff von Astrazeneca seit Freitag wieder im Einsatz

    Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte den Corona-Impfstoff von Astrazeneca am vergangenen Donnerstag nach einer Überprüfung für "sicher und wirksam" erklärt und den Nutzen des Impfstoffs höher bewertet als die Risiken. Seit Freitag wird er in Bayern wieder eingesetzt.

    Zusammenhang von Impfung und Thrombosen noch nicht sicher geklärt

    Ein Zusammenhang von Hirnthrombosen mit dem Vakzin von Astrazeneca scheint im Moment aber alles andere als ausgeschlossen. Den aktuellen Stand hat Wissenschaftsredakteurin Jeanne Turczynski in der BR-Sendung "Mittags in Schwaben" zusammengefasst.

    Eine hundertprozentige Gewissheit für den Zusammenhang zwischen der Impfung und den anschließend vor allem bei Frauen aufgetretenen Thrombosen habe man noch nicht, sagt Turczynski. Die BR-Redakteurin verweist aber auf Aussagen der "Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung". Deren Experten gehen der These nach, dass die Impfungen eine Entzündungsreaktion hervorrufen könnten, in deren Folge es im Gehirn zu Sinusvenenthrombosen kommen kann.

    Wohl vor allem Frauen unter 50 betroffen

    Was man über Sinusvenenthrombosen im Allgemeinen wisse, erklärte Turczynski, sei, dass sie mehrheitlich Frauen treffe, meist im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Das bestätigt sich auch bei den meisten der im Anschluss an Astrazeneca-Impfungen gemeldeten Fälle. Man müsse deshalb genau hinschauen, ob es auch im Zusammenhang mit den Impfungen bestimmte Gruppen gebe, die ein erhöhtes Risiko hätten.

    Greifswalder Daten geben Hoffnung auf Klärung

    Ein wichtiger Ansatz sind aus Sicht der Wissenschaftsredakteurin Daten, die die Universität Greifswald am Wochenende veröffentlicht hat. Diese wurden jedoch noch nicht von unabhängigen Wissenschaftlern überprüft und in einer Fachzeitschrift publiziert. Die Daten ließen aber einen Blick auf die Immunreaktion der Betroffenen nach der Impfung gegen das Coronavirus zu, so Turczynski - mit genaueren Erkenntnissen rechnet sie in den kommenden Wochen.

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