Earth Night heute nacht: Ohne künstliches Licht strahlen Sterne und Mond viel klarer. Eine dunklere Nacht ist für Tiere und Mensch gesünder.
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Earth Night heute nacht: Ohne künstliches Licht strahlen Sterne und Mond viel klarer. Eine dunklere Nacht ist für Tiere und Mensch gesünder.

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    Im Schatten der Energiekrise: Earth Night auch in Bayern

    Im Schatten der Energiekrise: Earth Night auch in Bayern

    Bei der sogenannten Earth Night sind in der vergangenen Nacht die Lichter ausgegangen: Auch bayerische Kommunen und Privatleute haben sich an der bundesweiten Aktion gegen Lichtverschmutzung beteiligt – allerdings weniger als in den Jahren zuvor.

    "Licht aus! Für eine ganze Nacht!" Das ist das Motto der diesjährigen Earth Night. In Deutschland wurden ab spätesten 22 Uhr vielerorts die Lichter ausgemacht: Ob am Haus, im Garten, in den Straßen, in Schaufenstern oder an öffentlichen Gebäuden. Manche Gemeinde in Bayern schalteten auch die komplette Straßenbeleuchtung aus.

    Weniger künstliches Licht für mehr Umwelt- und Naturschutz

    Mit der Earth Night wollen die Initiatoren auf das Problem der zunehmenden Lichtverschmutzung hinweisen durch den ungehemmten Kunstlichtkonsum von uns Menschen. Denn das viele Licht mache die Nächte immer heller und schade damit nachweislich Umwelt, Mensch und Natur, so die "Paten der Nacht".

    Kaum bekannt sei, was künstliches Licht in der Nacht noch alles anrichtet: Es lässt den Sternenhimmel verblassen und macht den Schlaf weniger erholsam. Es irritiert Pflanzen und lenkt Vögel auf ihre Zugrouten fehl. Es tötet im Sommer hundert milliardenfach Insekten, die dann als Bestäuber sowie den meisten Tieren als Hauptnahrungsquelle fehlen. Ganze Ökosysteme geraten wegen des vielen Lichts zur falschen Zeit aus dem Takt, sagen die Earth-Night-Organisatoren.

    Earth Night: Weniger Städte und Kommunen als im vergangenen Jahr

    Auch einige bayerische Städte und Gemeinden haben in diesem Jahr mitgemacht. Sie schalteten die Straßenbeleuchtung aus oder dimmten sie. Wie Röthlein bei Würzburg, Trostberg und Wolfratshausen. Andere Städte und Kommunen wie Donauwörth, Regensburg, Ingolstadt, Reit im Winkel und Hammelburg strahlten in der Nacht keine Gebäude an. Aber auch Firmen, Unternehmen, Vereine und Organisationen beteiligten sich an der Earth Night in Bayern.

    Neue Energieeinsparverordnung bremst Motivation mitzumachen

    Aber: Wie die bayerischen Paten der Nacht im Vorfeld berichteten, wollten deutlich weniger mitmachen als zuvor. Grund sei die neue Energie-Einspar-Verordnung der Bundesregierung, wonach sowieso schon ab 22 Uhr Denkmäler und historische Gebäude nicht mehr beleuchtet sein dürfen und Leuchtreklame abgeschaltet werden muss. So leuchten die Nürnberger Burg, das Schloss Neuschwanstein und der Münchner Olympiaturm schon seit Wochen nicht mehr in der Nacht. So machten München, Nürnberg, Füssen und Lindau dieses Jahr bei der Earth Night laut Paten der Nacht nicht mit.

    "Dauerlicht-Gesellschaft": Initiatoren wünschen sich bewussteren Umgang mit Ressource Licht

    Die Initiatoren der Earth Night lassen sich davon nicht entmutigen. Sie hoffen, dass die neue Energieeinsparverordnung eine Chance ist, um das Thema Lichtverschmutzung in der Nacht mehr ins Bewusstsein der Menschen rückt.

    Die bundesweite Earth Night gibt es seit drei Jahren. Die Aktion für mehr Natur- und Umweltschutz findet immer an dem Freitag im September statt, der möglichst nah an der Neumondnacht liegt. Dieses Jahr war es der 23. September.

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