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Im Fichtelgebirge wird der Wald der Zukunft gepflanzt | BR24

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In 80 Jahren wird es im Fichtelgebirge zwischen zwei und vier Grad wärmer sein, schätzen die Experten. Damit der Wald diese Veränderungen übersteht, pflanzt man im Fichtelgebirge den Wald der Zukunft.

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Im Fichtelgebirge wird der Wald der Zukunft gepflanzt

Unter der Trockenheit leiden auch die Wälder. In 80 Jahren wird es im Fichtelgebirge zwischen zwei und vier Grad wärmer sein, schätzen die Experten. Damit der Wald diese Veränderungen übersteht, pflanzt man im Fichtelgebirge den Wald der Zukunft.

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Am Südhang des Schneebergs im Fichtelgebirge hat der Staatsforst viele Bäume fällen lassen. Denn die Fichten waren vom Borkenkäfer befallen. Der Käfer hatte leichtes Spiel. Denn die Bäume sind wegen der ausbleibenden Niederschläge geschwächt.

"Da kommen die Fichten in Nöte. Und das nutzt schamlos ein kleiner Schädling aus – der Borkenkäfer. Der befällt die Fichten dann, die können sich nicht wehren, weil sie nicht genug Saft haben, um den Käfer abzuwehren. Bernhard Kraus, Revierleiter des Forstreviers Vordorf

Die Fichten, aus denen der Wald im Fichtelgebirge zu 90 Prozent besteht, lässt der Staatsforst durch Lärchen ersetzen.

Lärchen sind widerstandsfähiger als Fichten

Die sind unempfindlicher gegen Trockenheit und wachsen in steinigem und gebirgigem Gelände gut. Auch Buchen und Weißtannen werden gepflanzt.

"Es gibt Baumarten die wurzeln tiefer, die sind stabiler gegen Wind. Dann gibt es Baumarten, die sind widerstandsfähiger gegen Trockenheit, die sind weniger anfällig für Borkenkäfer. Und so versucht man, einen Mix zu bekommen, damit der Bestand maximal widerstandsfähig ist." Winfried Pfahler, Forstbetriebsleiter Fichtelberg

Mehr als 100.000 Bäume pflanzt der Forstbetrieb Fichtelberg im Jahr. Das entspricht einem Viertel der neuen Bäume. Um die anderen drei Viertel des Baumnachwuchses kümmert sich der Wald von ganz alleine. Gepflanzt wird auch die Douglasie, die aus Nordamerika kommt. Das heißt aber nicht, dass aus dem Fichtelgebirge ein Douglasiengebirge wird.

Wald der Zukunft eine Generationenaufgabe

Hundert Jahre dauert eine Waldgeneration. Was aus den Setzlingen von heute wird, und ob das Konzept aufgeht, wird man also erst dann sehen können. Eine Förstergeneration ist wesentlich kürzer, und so ist der Fichtelgebirgswald der Zukunft eine Generationenaufgabe.

Um den Klimawandel geht es bereits im Studium

An den Universitäten ist der Klimawandel inzwischen ein wichtiger Teil der Ausbildung geworden. Das war vor 30 Jahren noch ganz anders. Aber beim Thema Wald der Zukunft gibt es keine Unterschiede zwischen Alt und Jung.

"Förster leben für den Wald. Und wenn etwas unseren Wald angreift, nimmt uns das immer mit. Der Klimawandel ist da die Gefahr Nummer eins. In den Bayerischen Staatsforsten gibt es keinen Förster, dem der Wald egal ist. Egal wie alt, egal wie jung, egal wie lang im Dienst oder wie kurz vor dem Ruhestand – gibt’s nicht." Forstanwärter Michael Schmidt

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