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In Illertissen könnte bald der russische Corona-Impfstoff "Sputnik V" produziert werden.

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    "Sechser im Lotto" – Illertissen hofft auf Sputnik-Produktion

    Das Pharmaunternehmen "R-Pharm" bereitet sich in Illertissen auf die Produktion des russischen Corona-Impfstoffes "Sputnik V" vor. Das wurde gestern offiziell bestätigt. Mittlerweile gibt es erste Reaktionen aus der Region.

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    Von
    • Joseph Weidl

    Die russische Pharmafirma "R-Pharm" möchte den Corona-Impfstoff "Sputnik V" am Standort in Illertissen im Landkreis Neu-Ulm produzieren lassen. Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) freut sich über die gestern bekannt gewordene Entscheidung. "Das wäre wie ein Sechser im Lotto für Illertissen", sagte er im Gespräch mit dem BR. Auch der Neu-Ulmer SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner (SPD) begrüßte die Pläne für die Impfstoffproduktion in Illertissen. Das sei "eine gute Nachricht für die Beschäftigten hier", so Brunner in einer Mitteilung.

    Pharma-Produktion in Illertissen hat lange Tradition

    In Illertissen hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 350 Mitarbeiter. Weitere Stellen sind ausgeschrieben: unter anderem werden Fachkräfte für Biotechnologie gesucht. Der Firmenstandort hat in Illertissen eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.

    In den 1930er Jahren wurde begonnen, in Illertissen aus Bienengift ein Arzneimittel gegen Rheuma herzustellen. In den 1970er Jahren wurde der Standort von der amerikanischen Pharmafirma "Pfizer" übernommen. Seit 2014 hat eine Tochter des russischen Pharmaunternehmens "R-Pharm" ihren Sitz in Illertissen und firmiert dort unter dem Namen "R-Pharm Germany GmbH".

    R-Pharm baut in Illertissen für Produktion von Sputnik V

    Bereits im letzten Jahr hatte "R-Pharm Germany" bekannt gegeben, dass man in Illertissen einen Corona-Impfstoff herstellen wolle – damals war vorerst nur vom Vakzin von "Astrazeneca" die Rede. Nun plant das Unternehmen, auch "Sputnik V" dort zu produzieren, sobald es für den Impfstoff eine Zulassung in der EU gibt. Das bestätigte ein Manager des russischen Mutterunternehmens der dpa in Moskau.

    Nach BR-Informationen bereitet man sich in Illertissen bereits auf die Herstellung beider Impfstoffe vor. Derzeit wird auf dem Gelände von "R-Pharm Germany" dafür gebaut.

    Minister Holetschek unterstützt Impfstoff-Produktion

    Bayerns Gesundheitsminister Holetschek hatte "R-Pharm" in Illertissen bereits in der vergangenen Woche besucht und mitgeteilt, sich für die Impfstoffproduktion vor Ort einzusetzen.

    Zunächst muss die Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) prüfen, ob der Impfstoff in der EU zugelassen werden kann. Wie die dpa berichtet, könnte es im Juni oder Juli soweit sein.

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