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Die Regierung von Mittelfranken prüft derzeit Hinweise, ob es in der Nähe des Erlanger Stadtteils Eltersdorf eine illegale Schule gibt. Eine Gruppe von Eltern soll dort alternativen Unterricht angeboten haben, ohne Genehmigung.

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Illegaler Schulbetrieb in Erlangen? Behörden ermitteln

Die Regierung von Mittelfranken prüft derzeit Hinweise, ob es in der Nähe des Erlanger Stadtteils Eltersdorf eine illegale Schule gibt. Eine Gruppe von Eltern soll dort alternativen Unterricht angeboten haben, ohne Genehmigung.

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Daniel PeterDaniel PeterFlorian DeglmannFlorian Deglmann
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Gerüchte im Ort gibt es schon länger, erzählen einige Spaziergänger, dass an der Königsmühle, am Rand des Erlanger Stadtteils Eltersdorf, einen alternativen Schulbetrieb geben soll. Man habe auch schon mehrere Kinder auf dem Hof spielen sehen und einige Fahrzeuge würden hier reinfahren. Das sei vor Monaten noch anders gewesen, da sei nichts los gewesen, erzählen sie.

Die Königsmühle, über 100 Jahre alt, liegt idyllisch in einem kleinen Waldstück. Davor gibt es eine Wiese, auf der früher auch Pferde geweidet haben, erzählen die Einwohner von Eltersdorf. Daneben fließt der Fluss "Gründlach". Mit einem Bauzaun ist die Einfahrt an der Staatsstraße inzwischen abgesperrt. "Privatgrundstück, Betreten verboten" ist auf einem Schild zu lesen. Daneben der Hinweis, dass hier auch eine Tierärztin praktizieren soll.

Alternativer Schulbetrieb in Eltersdorf?

Die Tierärztin berichtet auf BR-Anfrage, sie sei gerade dabei, ihre Praxis hier an der Königsmühle einzurichten. Dazu habe sie Räume gemietet. Dass an dem Ort auch Kinder unterrichtet würden, davon wisse sie nichts. Laut Recherchen von nordbayern.de soll aber genau das der Fall sein. Über mehrere Wochen hin soll eine Gruppe von Eltern auf dem Anwesen eine Art alternativen Unterricht angeboten haben, für zum Teil über 30 Schülerinnen und Schüler – und das während der eigentlichen Schulzeit.

Regierung von Mittelfranken prüft Hinweise

Laut einer Mitteilung der Regierung von Mittelfranken wird derzeit den Hinweisen nachgegangen, ob hier tatsächlich ein alternativer Schulunterricht stattgefunden hat oder nicht. Bei einer gemeinsamen Kontrolle von Polizei und Ordnungsbehörde am Donnerstagvormittag seien laut einem weiteren Regierungsschreiben keine schulpflichtigen Kinder angetroffen worden. In Abstimmung mit der Polizei und Schulbehörden werde die Aufklärung des Sachverhalts fortgesetzt.

Schulpflicht verletzt: Ordnungswidrigkeiten haben zugenommen

Vor den Herbstferien hatten die Stadt Erlangen und das Staatliche Schulamt Stadt Erlangen und Landkreis Erlangen-Höchstadt Hinweise erhalten, dass sich auf dem privaten Anwesen der Königsmühle in Eltersdorf möglicherweise eine Lerngruppe trifft. Zum damaligen Zeitpunkt habe es keine Erkenntnisse über etwaige vermehrte Verstöße gegen die Schulpflicht im Erlanger Stadtgebiet gegeben. Dies änderte sich jedoch im November.

Bis zu den Herbstferien war es an bayerischen Schulen aufgrund der pandemiebedingten Ausnahmesituation nämlich noch übergangsweise möglich, bei einer individuell empfundenen Gefährdung die Schulpflicht auch durch Distanzlernen zu erfüllen. Am 11. November habe das Staatliche Schulamt die Schulen aber noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass eine Beurlaubung vom Präsenzunterricht nicht mehr möglich und die Schulpflicht durch Besuch des Präsenzunterrichts zu erfüllen sei.

In Folge dieses Schreibens sei laut der Regierung von Mittelfranken die Zahl der Verstöße gegen die Schulpflicht in Erlangen gestiegen. Die Zahl der gemeldeten Verstöße lag bis zum 19. November bei neun gemeldeten Kindern, zwischen dem 19. und dem 21. November seien nochmals elf Kinder gemeldet worden. Für die Verfolgung dieser Ordnungswidrigkeiten sei die Stadt Erlangen verantwortlich.

Keine Genehmigung für Privatschule

Nach jetzigem Sachstand sei weder bekannt, ob es sich bei der Königsmühle um eine Unterrichtseinrichtung handelt, noch, wer diese leitet, heißt es. Die Regierung von Mittelfranken verweist außerdem darauf, dass private Schulen nur mit vorheriger Genehmigung betrieben werden dürfen. Eine solche liege für das Anwesen allerdings nicht vor. Erst im September war im Landkreis Rosenheim eine illegale Schule geschlossen worden. Sie war von sogenannten "Querdenkern" betrieben worden.

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