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Illegale Müllsammler im Landkreis Kelheim unterwegs | BR24

© Landratsamt Kelheim

So eine Wurfsendung über illegale Müllsammlungen landet immer wieder in ostbayerischen Briefkästen

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    Illegale Müllsammler im Landkreis Kelheim unterwegs

    Immer wieder treten im ostbayerischen Raum illegale Müllsammler auf. Zur Zeit treiben sie laut Landratsamt im Kreis Kelheim ihr Unwesen. Angeblich handelt es sich um eine "ungarische Familie in Not" - das sei aber nur ein Vorwand, so das Landratsamt.

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    Wer im Kreis Kelheim derzeit den Briefkasten leert, findet eventuell einen kopierten Zettel über eine Müllsammlung. Das Landratsamt Kelheim warnt alle Bewohner des Landkreises davor, sich an dieser Sammlung zu beteiligen, da sie illegal ist. Man kann sich dabei sogar selbst strafbar machen.

    Wer illegal entsorgt macht sich strafbar

    Wie das Landratsamt mitteilt, steht auf den Wurfsendungen, dass eine "ungarische Familie" alles sammelt, was nicht mehr gebraucht werde. Anbei eine lange Liste: darunter Altkleider, Eisenschrott, Elektronikgeräte, Mopeds und Autos. Es sind Gegenstände aufgeführt, die unter die Kategorie "gefährlicher Abfall" fallen und nur auf Wertstoffhöfen entsorgt werden dürfen, so das Landratsamt. Damit würden sich auch Bewohner strafbar machen, die ihre Abfälle nach draußen schaffen - sich also an der "Müllsammlung" beteiligen - und dort stehen lassen.

    Organisierte Bande statt notleidende Familie

    Zudem befürchtet das Landratsamt, dass die Sammler Müll, den sie nicht brauchen, entweder am Straßenrand stehen lassen oder in freier Natur beseitigen. Außerdem handelt es sich laut Landratsamt bei der "ungarischen Familie" nicht um eine Familie, der man mit einer Spende aus wirtschaftlicher Not hilft, sondern um eine Organisation, bei der Gewinnerzielung im Vordergrund stehe.

    Phänomen "Müllsammler" seit 2017

    Auf den Wurfzetteln sei keine Adresse angegeben, wodurch schwer nachzuvollziehen sei, wer die Sammlung durchführt. Seit 2017 gäbe es etwa dreimal im Jahr dementsprechende Sammlungsaufrufe, teilt eine Sprecherin des Landratsamtes Kelheim auf BR-Nachfrage mit. Vor allem im ostbayerischen Raum würden die Wurfzettel verteilt. Betroffen davon waren bereits die Regionen rund um Schwandorf, Cham, Regensburg und Landshut, so die Sprecherin. Im Kreis Kelheim seien die Müllsammler zuletzt im Sommer 2019 in Erscheinung getreten.

    Das Landratsamt appelliert an die Bewohner, sich nicht an dieser Sammlung zu beteiligen und sich bei Fragen an Mitarbeiter des Staatlichen Abfallrechts zu wenden. Die Polizei sei eingeschaltet, heißt es.