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Illegale Müllentsorgung im Wald wird immer mehr zum Problem
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Illegale Müllentsorgung im Wald wird immer mehr zum Problem

Wer seinen Müll auf die Straße wirft oder illegal im Wald loswird, begeht in der Regel eine Ordnungswidrigkeit. Denn nach Paragraf 326 im Strafgesetzbuch ist das illegale Wegwerfen von Müll keine Straftat, wenn ausgeschlossen ist, dass der Abfall sich dauerhaft schädlich auf die Umwelt auswirkt.

Eine Ordnungswidrigkeit, die teuer werden kann

Eine entscheidende Rolle spielt die Menge des Abfalls. Die entscheidet nicht nur, ob es sich noch um eine Ordnungswidrigkeit oder schon um eine Straftat handelt, sondern von ihr hängt auch die Höhe des Bußgelds ab. Je mehr Müll auf einmal entsorgt wird, desto teurer wird es. Ebenfalls betrachtet wird die Größe der Gegenstände, deren Zustand und Beschaffenheit.

Das Wegwerfen von Pappbechern, Taschentüchern und Zigarettenschachteln bis zu 0,5 Kilo kann in Bayern beispielsweise 20 Euro kosten. Das Abladen mehrerer Gegenstände wie Kühlschränke, Kommoden und Badewannen gilt auch bei mehr als 100 Kilogramm noch als Ordnungswidrigkeit, dafür können bis zu 2.500 Euro fällig werden. Bis zu 100.000 Euro kann ein Ordnungsverstoß laut Artikel 69 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes kosten.

Bis zu fünf Jahren Haft bei der Entsorgung von giftigem Abfall

Wenn der entsorgte Abfall nachhaltig Gewässer, Luft oder Böden verunreinigen könnte oder den Bestand von Pflanzen und Tieren gefährdet, wird aus der Ordnungswidrigkeit eine Straftat.

Das illegale Entsorgen von Abfällen, die Gifte oder Erreger auf Menschen oder Tiere übertragen, die gefährliche Krankheiten auslösen können, wird immer als Straftat geahndet, unabhängig von Menge, Größe oder Beschaffenheit. Dazu gehören auch Abfälle, die krebserregend sind, die Fortpflanzung gefährden oder das Erbgut verändern können. Ebenfalls strafbar macht sich, wer explosionsgefährliche oder radioaktive Abfälle in freien Flächen loswird.

Wer bei der Abfallentsorgung eine Straftat begeht, dem droht eine hohe Geldstrafe und in besonders schwerwiegenden Fällen sogar eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren.

Auch kleine Mengen Müll schaden der Umwelt

Juristisch gelten geringe alltägliche Abfallmenge nicht als dauerhafter Schaden für die Umwelt. Dabei ist das der Müll, der am meisten in der Umwelt landet - auf Straßen, an Autobahnrändern, in Wäldern. Bis sich die Produkte abgebaut haben, kann es viele Jahre dauern. Zigarettenstummel und Taschentücher sind oft erst nach fünf Jahren verrottet, bei einer Plastiktüte dauert es an die 120 Jahre und bei einer Dose rund 500 Jahre.

Autoren

Irini Bafas

Sendung

B5 aktuell vom 25.03.2019 - 06:17 Uhr