BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

IHK Schwaben sieht Wirtschaft im freien Fall | BR24

© BR/Thomas Pösl

Die Corona-Krise hat für einen Absturz der Wirtschaft gesorgt. So lautet das Fazit, das die IHK Schwaben aus ihrer aktuellen Konjunkturumfrage zieht. Besonders geschwächt sind demnach der Tourismus und die Gastronomie.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

IHK Schwaben sieht Wirtschaft im freien Fall

Die Corona-Krise hat für einen Absturz der Wirtschaft gesorgt. So lautet das Fazit, das die IHK Schwaben aus ihrer aktuellen Konjunkturumfrage zieht. Besonders geschwächt sind demnach der Tourismus und die Gastronomie.

Per Mail sharen

Die Industrie- und Handelskammer Schwaben zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Die Corona-Krise hat den Konjunkturindex für Bayerisch-Schwaben laut der Kammer so stark fallen lassen wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Wie die IHK bei einer Pressekonferenz mitteilte, ist der Wert seit vergangenem Herbst um 34 Punkte gesunken und steht nun bei 84 Punkten.

Corona-Auswirkungen auf Tourismus und Gastronomie

Angesichts dieser Zahlen spricht IHK-Hauptgeschäftsführer Marc Lucassen von einem Absturz. Alle Branchen seien gleichermaßen betroffen. Laut der Umfrage rechnen sieben Prozent der Befragten mit Umsatzeinbrüchen von mehr als 50 Prozent. Besonders geschwächt habe Corona den Tourismus und die Gastronomie, so Lucassen. In diesem Bereich schätzen 36 Prozent der Befragten ihre Liquiditätssituation als existenzbedrohend ein.

Baubranche weniger betroffen

Relativ gut geht es dem IHK-Hauptgeschäftsführer zufolge derzeit noch der Baubranche in Schwaben. Die Kammer rechnet aber auch dort mit Auswirkungen der Corona-Krise. Diese würden sich aber zeitlich verzögert in den Bilanzen niederschlagen.

IHK-Präsident gegen Lockdown

Die Kammer sieht die Wirtschaft vor der riesigen Herausforderung, die Stimmung wieder zu drehen. Dazu brauche es branchenübergreifende und zukunftsorientierte Programme. "Nie wieder Lockdown", forderte IHK-Präsident Andreas Kopton. Er ist der Meinung, dass Schwabens Wirtschaft einen zweiten flächendeckenden Lockdown nicht mehr verkraften würde.

Regionale Maßnahmen gefordert

Besser sei es, Quarantänemaßnahmen nur noch regional umzusetzen. "Das Ansteckende ist nicht das Virus, sondern der Lockdown", so Kopton. Seine Kritik an den Coronamaßnahmen solle nicht als Schelte gegen die politischen Entscheidungen verstanden werden, versicherte der IHK-Präsident. Aber es sei wichtig, der Wirtschaft und der Gesellschaft wieder die Angst zu nehmen.

IHK-Konjunkturumfrage mit Schwerpunkt Corona-Krise

Die IHK Schwaben befragt ihre Mitglieder dreimal im Jahr zur aktuellen Geschäftslage und ihren Erwartungen. Für die aktuelle Umfrage haben von Anfang bis Mitte Mai mehr als tausend Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistung ihre Einschätzungen abgegeben. Neben der wirtschaftlichen Lage standen dabei die Auswirkungen der Corona-Krise im Vordergrund.