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IHK Niederbayern: Umsatzsteuersenkung bringt bislang wenig | BR24

© pa/keystone/Jochen Zick

Kunden an der Kasse (Symbolbild)

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    IHK Niederbayern: Umsatzsteuersenkung bringt bislang wenig

    Die Industrie- und Handelskammer Niederbayern hält die Umsatzsteuersenkung für extrem aufwändig und zugleich wenig effektiv für Unternehmen. Die Ankurbelung des Konsums sei bislang bei vielen Einzelhändlern noch nicht eingetreten, so die IHK.

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    Die Umsatzsteuersenkung sei ein enormer Aufwand für Betriebe, ohne Aussicht auf Mehrgeschäft. Das stellt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Niederbayern nach zwei Wochen Mehrwertsteuersenkung fest. Es müsse nachgebessert werden.

    Enormer, doppelter Umstellungsaufwand

    Die erwartete Ankurbelung des Konsums sei bislang bei vielen Einzelhändlern noch nicht eingetreten. Das hätten zahlreiche Rückmeldungen der Unternehmen ergeben, so die IHK. Die Zwischenbilanz sei ernüchternd. "Die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze funktioniert in den Unternehmen nicht einfach auf Knopfdruck", sagt Alexander Schreiner, IHK-Hauptgeschäftsführer.

    Bemängelt wird vor allem der enorme Umstellungsaufwand in Buchhaltung, IT, Verträgen und bereits erstellten Rechnungen. Dieser sei für alle Firmen doppelt: einmal aktuell und dann wieder zu Beginn 2021, wenn wieder die ursprünglichen Steuersätze gelten.

    IHK fordert Vereinfachung des Steuersystems

    Die IHK fordert deswegen vom Bundesfinanzministerium Erleichterungen: So müsse zum Beispiel die aktuell bis Ende Juli geltende Nichtbeanstandungsregel für Rechnungen zwischen Firmen mit den bisherigen Steuersätzen bis Ende des Jahres verlängert werden. IHK-Hauptgeschäftsführer Schreiner: "Die Komplexität unseres Steuersystems ist leider so groß, dass selbst eine einfache und grundsätzlich gute Idee wie geringere Steuersätze nur mit großem Aufwand umgesetzt werden kann. Hier muss die Politik Lehren ziehen und generell das Steuersystem vereinfachen."

    Umsatzsteuer für ein halbes Jahr gesenkt

    Wegen der Coronakrise wurde die Umsatzsteuer vom 1. Juli bis zum 31. Dezember von 19 auf 16 Prozent gesenkt, der reduzierte Steuersatz von sieben auf fünf Prozent. Damit sollten unter anderem Unternehmen entlastet werden. Das ifo-Institut hatte im Juni prognostiziert, dass die Senkung der Mehrwertsteuer bundesweit den Fiskus rund 20 Milliarden Euro koste. Als zusätzliche Wirtschaftsleistung wurden 6,5 Milliarden Euro angenommen.

    Die Umsatzsteuer - umgangssprachlich als Mehrwertsteuer bezeichnet - wird in Deutschland als Nettoumsatzsteuer mit Vorsteuerabzug erhoben. Sie steht laut Bundesfinanzministerium für rund 30 Prozent des Steueraufkommens in Deutschland.

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